Auch die Kultusminister sagen, die Probleme beim Mathe-Abi lägen nicht an den zentralen Aufgaben. Doch ab 2021 dürfen die Länder diese nicht mehr modifizieren.

Schülerinnen und Schüler sollen künftig besser auf die Aufgabenstellung beim Mathe-Abi vorbereitet werden.

Die Kultusminister der Länder haben Schulverwaltungen und Lehrkräfte am Freitag aufgefordert, Schülerinnen und Schüler besser auf das Mathematik-Abitur vorzubereiten. Die bisherigen Vorgaben müssten zum Teil massiv verändert werden, wurde Alexander Lorz (CDU), Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), nach der KMK-Sitzung in Wiesbaden zitiert.

Hintergrund sind Schülerproteste gegen „zu schwere“ Klausuren im Mathe-Abi 2019 und eine im Nachhinein mildere Notengebung im Saarland, in Hamburg und in Bremen.

KMK: Schüler im Abi nicht zusätzlich verunsichern

Auf Nachfrage teilte KMK-Sprecher Torsten Heil mit, Schülerinnen und Schüler müssten „behutsam und mit genügend Vorlauf auf Änderungen von Gewohntem vorbereitet werden, um in der besonderen Situation einer Prüfung nicht zusätzlich verunsichert zu werden“. So sollten sie nicht erst kurz vor dem Abitur, sondern in der gesamten Oberstufe die Formulierung der Aufgabenstellung im Abitur kennenlernen.

Am gemeinsamen Pool der Abituraufgaben, der von Länderexperten und Bildungsforschenden am Berliner Institut für Qualität im Bildungswesen (IQB) erstellt wird, wollen die Kultusminister festhalten. Man werde den Weg zu mehr Vergleichbarkeit weitergehen, hieß es. Deshalb dürfen Aufgaben, die Länder aus dem Pool entnehmen, ab 2021 nicht mehr wie bisher modifiziert werden. Es bleibt aber bei der Selbstverpflichtung der Länder, nur mindestens eine IQB-Aufgabe zu verwenden.

Druck, das Abitur bundesweit vergleichbarer zu machen

Durch das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Medizinstudium von 2017, nach dem die Abiturnoten bundesweit vergleichbarer werden müssen, ergebe sich eine hohe Verbindlichkeit, die gemeinsamen Aufgaben verstärkt zu nutzen. Hamburg und Bremen, wo jetzt Mathe-Grundkursklausuren milder bewertet werden, verwenden seit drei Jahren ausschließlich IQB-Aufgaben.

Die diesjährigen Probleme hätten aber nichts mit dem Konzept des Pools zu tun, sondern mit der Zusammenstellung der Klausuren in den Ländern, so Lorz. Weil sich die Situationen jeweils anders darstellten, sei auch kein gemeinsames Vorgehen beim Umgang mit Beschwerden von Abiturienten geplant. Bayern teilte gestern mit, dass die Benotung dort nicht angepasst wird.

Der Bewertungsschlüssel für die Matheabitur-Prüfungen werde nicht nachträglich korrigiert, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) der Deutschen Presse-Agentur in München. „Das ist jetzt fix.“ Nachdem das Ministerium mehr als 50 Prozent der Noten gesichtet habe, sei klar, dass der Abi-Durchschnitt insgesamt im üblichen Schwankungsbereich der vergangenen fünf Jahre liege. „Deshalb werden wir nicht in den Bewertungsmaßstab eingreifen.“

Der Nationale Bildungsrat könnte helfen

Empfehlungen, wie das Schulsystem in Deutschland vergleichbarer und gerechter werden könnte, soll nach dem Willen der großen Koalition künftig der Nationale Bildungsrat abgeben. Bei der KMK- Sitzung ist man der Schaffung eines solchen Gremiums mit Experten aus der Bildungsforschung sowie Vertretern aus Bund, Ländern und Kommunen ein wenig näher gekommen. So sollen nach dem Vorschlag der KMK im Verwaltungsrat Entscheidungen mit Zweidrittelmehrheit gefällt werden, wobei jeweils mindestens 13 von 16 Ländervertreter zustimmen müssten. Die Länderseite sei bereit, auf das Vetorecht einzelner Länder zu verzichten. Jetzt sei der Bund gefordert, ebenfalls auf sein Vetorecht zu verzichten, erklärte Lorz.

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