Aufatmen bei den deutschen Autobauern!

US-Präsident Donald Trump will trotz einer am kommenden Samstag ablaufenden Frist vorerst keine Strafzölle auf Auto-Importe verhängen.

Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Branchenkreisen. Trump will demnach bis zu sechs weitere Monate mit seiner Entscheidung abwarten und diese vom Verlauf der Handelsgespräche mit der EU abhängig machen.

Die US-Gesetzeslage räumt dem Präsidenten die Möglichkeit ein, seine Entscheidung über die Zölle bei laufenden Gesprächen bis zu 180 Tage zu verschieben. Bei einem Treffen im Weißen Haus am Dienstag sei die Linie bekräftigt worden, von diesem zusätzlichen zeitlichen Spielraum Gebrauch zu machen, meldete die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Trump hat mit Strafzöllen von 25 Prozent auf importierte europäische Autos gedroht. Dies würde besonders die deutschen Hersteller hart treffen.

Andreas Falke, USA-Experte und Professor für Auslandswissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg, sagte zu BILD: „Das ist erstmal eine gute Nachricht für die deutsche Automobilindustrie und die Konjunktur. Allerdings will Trump damit den Druck auf die EU erhöhen, jetzt handelspolitische Gespräche zu beginnen. Dabei soll es nach Trump auch um besseren Marktzugang zum europäischen Agrarmarkt gehen, das passt aber einigen EU Ländern (Frankreich vor allem) nicht.“

Dazu erklärt Falke weiter: „Die Franzosen wollen auch die Verhandlungen an Bedingungen knüpfen, dass sich die USA an das Pariser Klimaschutzabkommen hält. Damit werden sie sich aber nicht durchsetzen können. Es wäre ein gutes Signal, wenn Verhandlungen jetzt begännen.“

An den Börsen wirkte sich die mögliche Atempause im Zollstreit zwischen den USA und der EU zunächst positiv aus.

  • US-Strafzölle gegen BMW & Co.

    Zittern vor Trumps Zoll-Hammer

    Die von Donald Trump ins Spiel gebrachten Sonderzölle für ausländische Autos würden die deutschen Autobauer empfindlich treffen.

  • US-Präsident droht der EU

    Harley-Davidson-Krise bringt Trump in Rage

    Die Gewinne von Harley-Davidson brechen ein und US-Präsident Donald Trump macht die EU-Strafzölle dafür verantwortlich.

Das US-Handelsministerium hatte im Auftrag Trumps einen Bericht dazu angefertigt, ob von den Auto-Importen eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten ausgeht.

Den Bericht legte das Ministerium dem Präsidenten im Februar vor. Er wurde bislang nicht veröffentlicht, doch nach Angaben aus Branchenkreisen vom Februar gelangt der Bericht zu dem Ergebnis, dass eine Sicherheitsbedrohung durch die Importe besteht.

Seit Vorlage des Berichts für den Präsidenten läuft eine 90-Tage-Frist für Trumps Entscheidung, die an diesem Samstag abläuft. Das entsprechende Gesetz räumt nach Ablauf dieser Frist jedoch eine weitere Frist von 180 Tagen ein, um in Verhandlungen mit ausländischen Regierungen zu einer Lösung zu gelangen.

ANZEIGE:
Sie wollen Ihr Auto verkaufen? Checken Sie jetzt hier was ihr Gebrauchter wert ist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Check Also

Die Forschung braucht Wege aus der Vertrauenskrise

Wissenschaftliche Ergebnisse sind so verfügbar wie nie – und dringen trotzdem nicht …