Der Stein des Anstoßes, Björn Höcke: Der Vorstand des größten AfD-Landesverbandes ist nahezu nicht mehr existent. (Quelle: imago images)

Im größten AfD-Landesverband fährt der Vorsitzende eine scharfe Attacke auf den rechtsradikalen „Flügel“ um Björn Höcke. Der unterwandere die Partei bundesweit. Dann kommt es zur Eskalation. 

Nach einem erbitterten Richtungsstreit ist der Co-Vorsitzende der nordrhein-westfälischen AfD, Helmut Seifen, am Samstag mit einem Großteil des zwölfköpfigen Landesvorstandes zurückgetreten. Der zweite Vorsitzende Thomas Röckemann und zwei weitere Vorstandsmitglieder bleiben vorerst weiter im Amt. Mehrere Anträge auf Abwahl dieser drei Führungsmitglieder erreichten beim vorgezogenen Parteitag in Warburg nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit.

Seifen: „Flügel“ unterwandert und spaltet

Damit eskalierte der Machtkampf im größten AfD-Landesverband zwischen dem als gemäßigt geltenden Seifen und Röckemann, der als Sympathisant des „Flügels“ um den rechtsradikalen Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke gilt. Der mit rund 5.300 Mitgliedern größte AfD-Landesverband hat jetzt nur noch eine dreiköpfige Rumpfführung. Der nächste reguläre Parteitag steht Ende des Jahres an. Dann muss der gesamte Vorstand neu gewählt werden.

Die Zerreißprobe hatte sich bereits angekündigt: Landesvorsitzender Seifen warf zu Beginn des Parteitags den Anhängern des „Flügels“ vor, die Partei in NRW und bundesweit zu unterwandern und zu spalten. In entscheidenden politischen Fragen handelten Höckes „willfährige Werkzeuge“ nicht im Interesse des Landesverbandes, sagte Seifen beim Sonderparteitag der Landes-AfD in Warburg.

Seifen: NRW als „Satellitenverband“ Höckes

„Ihre Loyalität gilt in erster Linie dem ‚Flügel'“, sagte Seifen. Damit spielte er auch auf seinen Co-Vorsitzenden Thomas Röckemann an, der als Anhänger Höckes gilt. Die AfD dürfe nicht zulassen, dass der mit rund 5.300 Mitgliedern stärkste Landesverband zu einem „Satellitenverband“ verkomme, sagte Seifen. Mit Röckemann sei eine pragmatische Arbeit nicht möglich. 

  • Sachsen-Wahl:

Der Co-Vorsitzende habe Maßnahmen gegen Mitglieder wegen parteischädigenden Verhaltens verzögert und keines der elf Parteiordnungsverfahren mitgetragen. Wegen der „Machenschaften“ der „Flügel“-Anhänger, die die NRW-AfD bis in die Kreisverbände unterwanderten, sei „der Bestand der Partei in großer Gefahr“, sagte Seifen. Er rief die rund 500 Delegierten auf, den gesamten Landesvorstand neu zu wählen – dazu kam es nicht. Röckemann war nicht bereit abzutreten.

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