Risikogruppen sollten sich jetzt gegen Grippe impfen lassen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut.

Vierfach wirksam. Der im vergangenen Herbst eingeführte Wirkstoff gilt als wirksamer als der vorher gängige mit drei Komponenten.

Rund 2400 Grippefälle sind in Deutschland seit Oktober gemeldet worden, darunter auch sechs Todesfälle. In der ersten Januarwoche hat es mit 489 Fällen einen starken Anstieg gegeben. Jedoch sei die vergangene Grippesaison „stürmischer“ losgegangen, sagte Silke Buda vom Robert Koch-Institut am Mittwoch. Die Dunkelziffer liege stets höher, weil nur laborbestätigte Fälle an die Gesundheitsämter gemeldet werden müssen.

Die Komponenten des diesjährigen Impfstoffs passten gut zu den bislang entdeckten Viren des Typs A. Impfungen sind also wahrscheinlich sehr wirksam und bieten guten Schutz. Wer noch nicht geimpft sei und zu den Risikogruppen gehöre – Kranke, Schwangere und medizinisches Personal –, „sollte das jetzt tun“, sagte Buda. Es dauert allerdings bis zu zwei Wochen, bis ein Impfschutz aufgebaut ist. Und es ist nicht sicher, dass jeder Arzt noch Impfstoff bekommt.

Aufgrund erhöhter Nachfrage kommt es teilweise zu Impfstoffmangel

Wegen des Impfstoffmangels in dieser Saison hat Deutschland Tausende Dosen Grippe-Impfstoffe von EU-Ländern importiert. Dennoch gibt es mancherorts noch Engpässe bei der Versorgung. Allein nach Berlin seien 3000 Dosen geordert worden, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales. Auch nach Bayern wurden Impfstoffe importiert. „Wir hatten eine enorm erhöhte Nachfrage“, sagte der Sprecher der Landesapothekenkammer Thomas Metz.

In der ungewöhnlich starken Grippewelle der vergangenen Saison sehen Experten einen Grund dafür, dass sich derzeit vergleichsweise viele Menschen impfen ließen. Ein weiterer Grund sei die Einführung des Vierfach-Impfstoffs, der als wirksamer gilt als der mit drei Komponenten, sagte eine Sprecherin des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). dpa

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