Kündigungswelle! Die Deutsche Bank hat am Wochenende verkündet, drastisch Stellen abbauen zu wollen. Die ersten Mitarbeiter mussten bereits am Montag gehen – Abschied unter Tränen!

In Hongkong und Singapur wurden ganze Teams vor die Tür gesetzt. „Die halbe Etage ist weg und die anderen warten nur darauf, dass sie einbestellt werden“, sagte ein Aktienhändler in Hongkong. Er sei mit anderen gekündigten Kollegen direkt aus dem Gebäude geführt worden.

Die Deutsche Bank will sich mit einem radikalen Umbau neu erfinden und dafür zunächst schrumpfen: 18 000 Stellen im Konzern werden gestrichen, vor allem im Investmentbanking. Bei insgesamt mehr als 90 000 Jobs fliegt also jeder fünfte Mitarbeiter raus. Damit hat die Deutsche Bank am Montag in London und New York begonnen.

Abschied unter Tränen

Der „Telegraph“ berichtet: Einigen Mitarbeitern standen Tränen in den Augen. Sie mussten umgehend ihre Schreibtische räumen, um 11 Uhr wurden die Firmenausweise gesperrt.

Die Verunsicherung ist groß, auch an anderen Standorten. „Meine Zugangskarte funktioniert noch. Aber wer weiß, was morgen passiert“, sagte ein Banker in Singapur.

„Die Stimmung ist ziemlich düster. Einer nach dem anderen wird in einen Konferenzraum gebeten, bekommt nach einem Gespräch mit Personalern einen Umschlag gereicht und muss dann das Gebäude verlassen“, sagte ein Aktienhändler, der seit sechs Jahren für das Geldhaus arbeitet.

Die Kürzungen gelten vor allem im Aktien- und Anleihehandel, dieser sitzt vorrangig im Ausland. Für Deutschland hat Bankchef Christian Sewing (49) einen sozial verträglichen Stellenabbau zugesagt. Details gab es noch nicht.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (67, CDU) hofft auf eine Wende bei dem Frankfurter Geldhaus. „Der angekündigte Stellenabbau, der Arbeitsplätze weltweit betrifft, ist ein herber Einschnitt“, sagte der CDU-Politiker, während er in New York für den Finanzplatz Frankfurt warb.

Mit dem radikalen Umbau will Sewing die jahrelange Talfahrt der Deutschen Bank stoppen. Seine Vorgänger hatten tiefe Einschnitte gescheut, die Konkurrenz hat einen solchen Umbau schon hinter sich. Sewing fährt nach nur 15 Monaten im Amt eine harte Linie mit klaren Zielen: Bis 2022 soll ein Vorsteuergewinn von mindestens sechs Milliarden Euro erreicht sein, die Kosten werden um sechs Milliarden gedrückt. Analysten sind skeptisch, frühere Strategieänderungen hatten ihr Ziel verfehlt. Nun will sich die Bank wieder auf das Firmen- und Privatkundengeschäft konzentrieren.

Am Montagnachmittag fiel die Aktie der Deutschen Bank zwischenzeitlich um sieben Prozent. Die Bank erwartet für dieses Jahr noch rote Zahlen, den vierten Verlust in fünf Jahren.

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