Massenhaft Entlassungen, hohe Fusionskosten und trotzdem gibt die Deutsche Bank weiter mit vollen Händen Geld aus – für ihr Management.

In dieser Woche wurde öffentlich: 643 Mitarbeiter der Deutschen Bank verdienten 2018 mehr als eine Million Euro. Investment-Banking-Chef Garth Ritchie (51) bekam sogar 8,6 Millionen Euro Jahresgehalt. Allein seine Zulage für die Vorbereitung auf den Brexit betrug drei Millionen.

Und: Wir Steuerzahler finanzieren die Super-Gehälter auch noch mit! Sie sind steuerlich absetzbar. Die Grünen wollen das minimieren, nur noch eine halbe Million Euro absetzbar machen. Dagegen wehrt sich der politische Gegner. Die finanzpolitische Sprecherin der Union im Bundestag, Antje Tillmann (54):

„Die Überprüfung der Angemessenheit von Betriebsausgaben widerspricht der steuerlichen Systematik. Einen solchen Eingriff in die Tarifhoheit haben wir nur bei Banken gewählt, die unter einem Rettungsschirm stehen. Das ist bei der Deutschen Bank nicht der Fall.“

 Dabei könnte noch vor Ostern die nächste Milliarden-Entscheidung fallen. Derzeit schauen sich Deutsche und Commerzbank gegenseitig in die Bücher, prüfen einen Zusammenschluss. Der wäre erst mal teuer. Schon die Übernahme der Dresdner Bank 2009 kostete die Commerzbank 2,5 Milliarden Euro. Vor allem die Unternehmensberater verdienen daran. Goldman Sachs berät die Commerzbank, ihr ehemaliger Deutschland-Chef Jörg Kukies (51) den Finanzminister (Olaf Scholz befürwortet die Fusion).

Die Gewerkschaft macht bereits mobil. Verdi glaubt: Durch eine Fusion würden weitere Filialen geschlossen, stehen bis zu 30.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Beschäftigten wollen deshalb gemeinsam Widerstand leisten.

Auch Banken-Großaktionär Blackrock ist gegen die Fusion. Der Vize-Verwaltungsratschef der weltgrößten Fondsgesellschaft Philipp Hildebrand (55) versteht die Pläne nicht: „Welches Problem soll hier gelöst werden?“ Sollten die gegen eine Verschmelzung klagen, könnte auch das teuer werden.

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