In dieser Woche enthüllte Zuckerberg die Idee eines neuen sozialen Netzwerks. In einem Beitrag auf seiner Plattform schreibt er, Facebook sei ein „Marktplatz“ – jeder rede mit jedem, öffentlich. Er wolle zusätzlich ein „Wohnzimmer“ schaffen, in dem wir direkt und privat mit Freunden und Familie sprechen. Nach dem Vorbild von WhatsApp.

Besonders wichtig nach den Datenskandalen der letzten Monate: Alle Nachrichten seien verschlüsselt, so privat, dass sie nicht mal Facebook kennt. Hört sich gut an, aber im siebten Absatz steht dann, wie Zuckerberg Facebook so noch mächtiger machen will.

Über dieses verschlüsselte System sollten Menschen nicht nur Nachrichten, Fotos und Videos verschicken. Sondern auch bezahlen, einkaufen und vieles mehr machen können.

Wer wissen will, was Mark Zuckerberg vorschwebt, muss nach China schauen. Dort gibt es bereits einen Messenger, der fast alles kann. „WeChat“ heißt die App, auch sie begann wie „WhatsApp“, mittlerweile kann man mit ihr bezahlen, einkaufen, Taxis bestellen, Friseurtermine buchen – sogar Behördengänge erledigen.

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Zuckerberg arbeitet bereits seit Jahren an einer solchen Super-App.

Die beiden wichtigsten Funktionen

► Bezahlen. Seit mehreren Monaten kann in Indien WhatsApp genutzt werden, um Geld zu verschicken – so einfach wie eine Nachricht. Wenn diese Funktion für die ganze Welt freigeschaltet wird, könnten auf einen Schlag 1,5 Milliarden Menschen so bezahlen. (Hauptkonkurrent Paypal hat gerade mal 250 Millionen Nutzer).

Laut Recherchen der „New York Times“ will Facebook aber noch mehr und entwickelt eine eigene Crypto-Währung. Der „WhatsApp Coin“ wäre dann nur noch an den Dollar oder andere Währungen gebunden um Schwankungen wie beim Bitcoin zu verhindern.

Die neue Währung würde über Landesgrenzen hinweg funktionieren und größer sein als der Euro- und Dollarraum zusammen. Besonders in Entwicklungsländern könnte die Facebook-Währung schnell zu einer Alternative zur Landeswährungen werden.

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► Shoppen. Schon heute lassen sich über Chatsysteme Onlineshops betreiben. Man wählt nicht mehr auf einer Webseite aus einem Katalog von Produkten aus, sondern chattet mit einem Verkäufer, der einem die passenden Produkte empfiehlt. Die technischen Schnittstellen bietet Facebook im Messenger bereits seit Längerem an. So könnte das neue Super-Netzwerk Amazon angreifen.

Alles sehr bequem für den Nutzer. Aber auch sehr viel Macht für den US-Konzern.

Zuckerberg ahnt wohl, dass sich viele Staaten gegen noch mehr Facebook-Einfluss wehren werden. In seiner Nachricht kündigt er Verhandlungen mit Experten, Anwälten und Regierungen in der ganzen Welt an.

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