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Rom (dpa) – Der UEFA-Kongress in Rom ist Auftakt von gleich mehreren wichtigen Wahl-Terminen der internationalen Fußball-Funktionäre in diesem Jahr – fortgesetzt mit der FIFA-Präsidentschaftswahl im Juni und der DFB-Präsidentschaftswahl im September.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin steht am Donnerstag vor der Wiederwahl. Für DFB-Chef Reinhard Grindel geht es um die Bestätigung in seinem Amt als europäischer Vertreter im FIFA-Council für die kommenden vier Jahre.

Wieso wird DFB-Chef Reinhard Grindel beim UEFA-Kongress in ein FIFA-Amt gewählt?

Das FIFA-Council, der sogenannte Rat des Fußball-Weltverbandes, hat insgesamt 37 Mitglieder. Jede der sechs FIFA-Konföderationen darf eine bestimmte Anzahl an Vertretern entsenden. Aus Europa sind es neun, zu denen seit 2017 auch Grindel gehört. Die FIFA hat auf die Wahl keinen Einfluss, sie obliegt den 55 UEFA-Mitgliedsländern. Die offizielle Amtseinführung als formaler Akt erfolgt dann beim FIFA-Kongress am 5. Juni in Paris.

Gibt es Zweifel an Grindels Wiederwahl?

Nein. Der DFB-Chef kann fest mit einem klaren Votum rechnen. Er hat auch keinen Gegenkandidaten. Vermutlich erfolgt die Wahl in einem Römer Luxushotel per Akklamation.

Welche Rolle spielt Grindel unter den internationalen Fußball-Funktionären?

In der UEFA ist Grindel gut vernetzt und als Fleißarbeiter geachtet. Schnell wurde er zum Vizepräsidenten gekürt. Bei der FIFA sieht das anders aus. Wie kaum ein anderer tritt der DFB-Chef auch öffentlich als Kritiker von FIFA-Boss Gianni Infantino auf. Das macht den Deutschen im Weltverbands-Zirkel zu einem Außenseiter. Infantino konnte sich einen süffisanten Kommentar zum bevorstehenden Wiedereinzug Grindels ins Council auch nicht verkneifen: «Die, die ihn wählen, werden sich freuen.»

Muss UEFA-Chef Aleksander Ceferin um seine Wiederwahl bangen?

Nein. Wie für Grindel ist die Abstimmung Formsache. Der Slowene hat sich in zweieinhalb Jahren vom großen Unbekannten zu einer fixen Größe in der Funktionärswelt entwickelt. Als knallharter Pragmatiker hat er das UEFA-Wohl im Sinn. Der einstige Vorwurf, er sei ein Strohmann Infantinos oder russischer Interessen, klingt heute absurd.

Gibt es brisante Personalentscheidungen beim Kongress in Rom?

Umstritten ist die Wahl von Nasser al-Khelaifi ins Exekutivkomitee der UEFA. Der Katarer wurde als Präsident von Paris Saint-Germain von der European Club Association nominiert und hat somit das Mandat quasi sicher. Auch der DFB wird ihn wählen, weniger aus Überzeugung denn aus Funktionärspragmatismus. Eine Ablehnung wäre ein Affront. Nun hofft man, so die Sprachregelung, dass al-Khelaifi durch sein UEFA-Amt mehr an die Regeln gebunden wird. Mit PSG war er zuletzt immer wieder im Fokus von Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play.

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