Vor zwei Monaten sorgte ein Syrer im Kölner Hauptbahnhof für Angst und Schrecken. Die Bundesanwaltschaft hat jetzt die Ermittlungen abgegeben, weil es ihrer Ansicht nach keinen islamistischen Hintergrund gibt.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hatte die Ermittlungen in dem Fall an sich gezogen, weil aufgrund von Zeugenaussagen von einem islamistischen Hintergrund der Tat auszugehen war. Demnach soll sich der Täter unter anderem als Mitglied der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bezeichnet haben.

Diese Verdachtsmomente hätten sich bei den Ermittlungen gegen den tatverdächtigen Mann aus Syrien nicht erhärtet, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Insbesondere hätten sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass er eine Verbindung zum IS habe. Der Generalbundesanwalt gab daher das Ermittlungsverfahren an die Kölner Staatsanwaltschaft ab.

Brandanschlag und Geiselnahme

Der 55-jährige Flüchtling hatte am 15. Oktober in einem Schnellrestaurant einen Brandsatz gezündet und dabei eine 14-jährige Kundin schwer verletzt. Anschließend verschanzte sich der Mann in einer benachbarten Apotheke und nahm eine Angestellte als Geisel.

Beim Zugriff eines Spezialkommandos der Polizei wurde der Täter niedergeschossen und schwer verletzt.

Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ in seiner Samstagsausgabe berichtet, soll der Mann im Krankenhaus aus dem Koma erwacht und ansprechbar sein. Ein Ermittlungsrichter soll ihm am Krankenbett in der Klinik den Haftbefehl verkündet haben. Eine förmliche Vernehmung fand demnach aber noch nicht statt.

mak/bru (dpa, afp)

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