Blockierte Straßen, von der Außenwelt abgeschnittene Orte, und eine immer noch wachsende Lawinengefahr. Riesige Schneemassen beherrschen das Leben in Süddeutschland und in Österreich. Und es soll weiter schneien.

Im Berchtesgadener Land ist eine Lawine abgegangen und hat eine Straße in Marktschellenberg teilweise verschüttet. Rettungskräfte suchen nach möglichen Verschütteten. Es ist nach Polizei-Angaben noch unklar, ob Fahrzeuge oder Menschen von dem Abgang betroffen waren. 

In einem Vorort Berchtesgadens sitzen rund 350 Menschen fest und müssen per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes. Inzwischen sei damit begonnen worden, die Strecke zu räumen. Mehrere Bäume drohten allerdings unter der schweren Schneelast umzustürzen und müssen deshalb gefällt werden. Bislang konnten nur Einsatzkräfte die eingeschneiten Bewohner erreichen.

Auch die Menschen in der oberbayerischen Gemeinde Jachenau bei Bad Tölz sind auf Lebensmittellieferungen angewiesen, weil die Zufahrtsstraße gesperrt ist. Bewohner und Rettungskräfte können das Dorf aber über einen Forstweg erreichen. 

Lange Staus, keine Schule

Starke Schneefälle lähmen den Verkehr in weiten Teilen Süddeutschlands. Die Autobahn 8 wurde in Richtung München bei Friedberg voll gesperrt. Ein Lastwagen mit Anhänger stehe quer über alle Fahrspuren, teilte die Polizei mit. Die Schneemassen stellten die Räumdienste vor erhebliche Probleme. Im oberbayerischen Landkreis Miesbach wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Vielerorts gab es Unfälle. In vielen Schulen Bayerns fällt an diesem Mittwoch der Unterricht aus. Die Schüler mehrerer Landkreise wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Wegen der Schneemassen sind Straßen gesperrt

Auch in Österreich bleibt die Lage bedrohlich: In der Steiermark wird beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Sie wohnen in Zonen, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können. Dort, im Bundesland Salzburg und in Teilen Niederösterreichs wurde die höchste Lawinen-Warnstufe ausgerufen. Auch hier sind einige Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, unter anderem in der Touristenregion Obertauern. Und Entspannung ist nicht in Sicht: Sowohl für große Teile Österreichs als auch für Bayern werden weitere teils ergiebige Schneefälle erwartet. Für das Erzgebirge im Süden Sachsens und Südbayern gelten Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes.

Auch in Sachsen gibt es lange Staus

Doch auch der eher milde Westen Deutschlands ist vom Winterwetter betroffen: Am Flughafen Köln/Bonn legten Eisregen und Hagel am Mittwoch morgen zeitweise den Betrieb lahm. Der Flugbetrieb sei für eine gute Stunde unterbrochen gewesen, sagte eine Sprecherin.

Der Norden hat dagegen mit Sturmfluten zu kämpfen. Unter anderem wurden die Lübecker Altstadt und Teile Wismars überflutet.


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    Ein bisschen Eiskratzen reicht nicht

    Unter diesen Wetterbedingungen die Windschutzscheibe freizubekommen, erfordert echte Mühe. Diese Menschen im bayerischen Berchtesgaden dürfte das einige Zeit gekostet haben.


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    Harte Arbeit

    Nicht nur die Räumdienste der Kommunen müssen ran – auch auf Privatgrundstücken bleibt eine Menge Schnee zu schaufeln – oder wegzublasen, wie hier in Warngau bei München.


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    „Wir holen die Schneeschaufeln raus“

    Am Münchener Flughafen wirbelten Schnee und Eis die Flugpläne durcheinander und sorgten bei den Passagieren für Unmut. Über 140 Flüge wurden am Wochenende gestrichen. „Wir holen die Schneeschaufeln raus und geben unser Bestes“, twitterte die deutsche Airline Lufthansa.


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    Eisfrei in den Urlaub – wenn überhaupt

    Aufgrund der schlechten Sicht und des Schneefalls fielen nicht nur Flüge aus. Die Flugsicherheit in München gestattete Starts und Landungen auch nur in großen Abständen. Flugzeuge zu enteisen – wie diesen Airbus A321 – kostete zusätzlich Zeit.


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    Nichts geht mehr

    30 Kilometer Stau – das war der Rekord auf der Autobahn A8 in Bayern. Bei Siegsdorf waren Bäume am Straßenrand umgekippt. Der Schneeeinbruch in Süddeutschland sorgte nicht nur für etliche Staus, sondern auch für Glätteunfälle.


  • Schnee, Schnee und noch mehr Schnee

    Stundenlanges Frieren am Bahnsteig

    Wer dachte, die Bahn führe schneller ans Ziel, hatte leider Pech. Denn die Schneemassen setzen auch dem Schienenverkehr zu. Bäume knickten unter den Schneelasten ein und stürzten auf die Schienen. Ganze Strecken mussten gesperrt werden. Tief verschneit liegt der Bahnhof Marktoberdorf in Bayern.


  • Schnee, Schnee und noch mehr Schnee

    Schweres Geschütz

    Feuerwehr, Räumdienste und Hilfskräfte versuchen mit allen Kräften, Straßen und Bahnstrecken von den extremen Schneemassen zu befreien, wie hier an der Schwarzwaldhochstraße in Baden-Württemberg.


  • Schnee, Schnee und noch mehr Schnee

    Rodelfreuden

    Was des einen Leid, ist des anderen Freud: Im baden-württembergischen Möhringen zieht Papa den Nachwuchs auf den Schlitten mit dem Traktor durch den Schnee. So klappt die Rodelpartie auch ohne Berg.


  • Schnee, Schnee und noch mehr Schnee

    Weißes Winter-Wunderland

    Optisch ist eine tief verschneite Landschaft nicht zu toppen: In der erzwungenen Ruhe liegt ein Zauber. Die Kinder freut’s: In vielen Orten fiel die Schule aus.

    Autorin/Autor: Franziska Apfel


mm/mak (dpa, afp)

 

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