Wieder ein schwarzer Tag für Sparer!

Die Europäische Zentralbank (EZB) verschiebt angesichts der zahlreichen konjunkturellen Fragezeichen die Zinswende bis weit ins nächste Jahr.

Die Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi stellten am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in Vilnius in Aussicht, ihre Leitzinsen noch bis mindestens zum Ende des ersten Halbjahrs 2020 nicht antasten zu wollen. Bislang galt dies nur bis zum Ende des laufenden Jahres.

Dies ist nach März bereits das zweite Mal, dass die Euro-Notenbank ihren Zinsausblick verschiebt. Ursprünglich hatte sie nur bis zum Ende dieses Sommers nicht an ihren Zinsen rütteln wollen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

▶︎ Heißt: Die Mini-Zinsen für Sparer bleiben. Fürs Ersparte gibt’s auf dem Konto weiterhin kaum Geld.

▶︎ Heißt aber auch: Die Immo-Zinsen bleiben im Keller. Die Banken werden Bau-Kredite werden sehr billig anbieten können.

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Wenn man einem der einflussreichsten Akteure der deutschen Finanzwelt glaubt, werden die Zinsen sogar für die nächsten Jahrzehnte in ihrem Tief verharren.

Andreas Utermann, Unternehmenschef des Vermögensverwalters Allianz Global Investors, nimmt Sparern die Hoffnung auf ein schnelles Ende der aktuellen Zinspolitik: „Warum soll die Phase niedriger Inflation und Zinsen nicht noch 30 Jahre andauern? Wir glauben immer, alles müsse wieder so werden wie in den 1960er- oder 1970er-Jahren, als die Zinsen hoch waren – als wäre das der Naturzustand“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

Der Finanz-Boss sieht in den niedrigen Zinsen jedoch kein Problem: „Warum soll es nicht so weitergehen wie in den vergangenen zehn Jahren: sehr niedrige Zinsen, schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Schulden – und alles ist gut.“

„Rohstoffe, bei denen es seit der Finanzkrise keine Phase mit längerfristig hohen Preisen gab“ seien der Grund für die Mini-Zinsen. Dadurch habe sich das „Auf und Ab der Wirtschaft abgeschwächt, Inflation und Zinsen“ blieben niedrig. Die Notenbanken hätten es geschafft, die Inflation zu kontrollieren, weil sie heutzutage unabhängiger von der Politik seien als früher.

Wie wahrscheinlich sind jahrzehntelange Nullzinsen?

▶︎ Dass es wirklich zu einer Zinswende im Jahr 2020 kommt, hält Jakob Trefz, Leiter des Vermögensmanagements beim Finanzdienstleister MLP, für äußerst unwahrscheinlich: „Wir hatten für 2020 erste Zinsschritte nach oben erwartet. Aus heutiger Sicht zeichnet sich das nicht ab. Auf absehbare Zeit wird es daher keine Zinswende geben.“

▶︎ Auch Utermanns Szenario der jahrzehntelangen Niedrig-Zinsen schätzt Trefz als realistisch ein: „Niedrige Zinsen machen abhängig. Das Finanzsystem gewöhnt sich an die geringen Kreditkosten. Wie schwierig es ist, von den niedrigen Zinsen wieder loszukommen, sehen wir am Beispiel von Japan.“

Dort liegt der Zinssatz seit 20 Jahren etwa bei null Prozent – und es ist kein Ende in Sicht. Trotzdem läuft es gut für die japanische Wirtschaft und den Aktienmarkt.

  • Schwarzer Tag für Sparer

    EZB-Chef sagt Zins-Wende ab

    Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Konjunktur verlängert die Europäische Zentralbank (EZB) die Phase der Niedrigzinsen.

Was bedeuten jahrzehntelange Mini-Zinsen für mich?

Wer Erspartes angehäuft hat und dieses nicht investiert, sondern auf dem Konto lässt, kann über die aktuellen Bedingungen nur fluchen. Das Geld verliert auf der Bank Jahr für Jahr an Kaufkraft, es ist also bei gleicher Menge weniger wert.

Trefz erklärt: „Nach Inflation sind die Zinsen sogar negativ. Das belohnt Kreditnehmer und bestraft Sparer. Wer für das Alter oder sein Traumhaus sparen will, muss höhere Risiken als auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto eingehen.“

Renditechancen und Risiken klug auszugleichen, ist laut Trefz in Zukunft eine Daueraufgabe, die nicht einfach zu lösen ist. Sich professionellen Rat einzuholen, sei wichtiger denn je.

▶︎ Profiteure sind momentan diejenigen, die ein Haus kaufen oder abbezahlen wollen. Günstige Kredite sind momentan die Regel. Die Bauzinsen liegen so tief wie noch nie.

Mirjam Mohr, Vorstand von Baufinanz-Experte Interhyp, erklärt: „Eine nachhaltige Trendwende sehen wir in weitere Ferne gerückt.“

Für zehnjährige Darlehen seien Bestkonditionen von weniger als einem Prozent möglich. Der verhaltene Konjunkturausblick, das Brexit-Thema und der Handelsstreit zwischen den USA und China machen eine zeitnahe Änderung der Geldpolitik durch die Notenbanken noch unwahrscheinlicher.

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