Heftiger Schlagabtausch mit dem Betriebsratschef – der sieht massive Fehler im Management und greift VW-Chef Diess vor 20 000 Mitarbeitern hart an

Es knallt bei VW! Betriebsversammlung In Wolfsburg – VW-Chef Diess kündigt vor 20 000 Mitarbeitern einen nötigen Stellenabbau an und will profitabler werden.

Dann die Antwort von Betriebsrats-Chef Osterloh: Er wirft der Chefetage massives Missmanagement vor und kündigt an, über „Effizienzmaßnahmen“ nicht zu sprechen, bevor alle Fehler restlos aufgeklärt seien.

Aber der Reihe nach: Dieselkrise, Brexit, der Handelsstreit mit den USA und eine schwächere Konjunktur böten schwierige Bedingungen, sagte Diess eingangs. Dennoch müsse der Tanker Volkswagen einen neuen Kurs einschlagen, um bei den Themen autonomes Fahren und Elektromobilität vorne mit dabei zu sein.

Diess warnt vor schwacher Konjunktur – und deren Folgen

Diess sieht ein schwieriges Jahr auf den Konzern zukommen. „Es wird nicht leicht, unsere Ziele für 2019 zu schaffen“, sagte er.

Dann wurde er konkret: „Wir müssen mit unseren Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können. Wir müssen schlanker, beweglicher, schneller werden, um beim Tempo der neuen Wettbewerber mitzuhalten.“

Den anstehenden Stellenabbau bei Volkswagen will Diess möglichst sozialverträglich gestalten. Die Umstellung auf die Produktion von E-Autos werde ebenso Arbeitsplätze kosten wie die Digitalisierung.

Aber er machte auch klar: „Wir können uns nicht wegducken und hoffen, dass alles wieder so wird wie früher.“

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Dann offenbarte sich ein gewaltiger Meinungsunterschied zwischen ihm und dem Chef des Betriebsrates, Bernd Osterloh. Diess weiter: „Ein E-Auto wird mit etwa 30 Prozent weniger Arbeit hergestellt als ein Verbrenner. Es wird schwer, das nur mit Fluktuation und Altersteilzeit zu bewältigen.“ Er wolle mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten, um diese Möglichkeiten maximal auszuschöpfen.

Abbauziel: 7000 Stellen – Betriebsrat rebelliert

Betriebsratschef Bernd Osterloh signalisierte dann auf der Veranstaltung zwar Bereitschaft, den Wandel mitzugestalten. Dem von VW angekündigten Abbauziel von 7000 Stellen fehle allerdings jede Grundlage.

Er forderte, dass die Beschäftigungssicherung in allen VW-Werken bis 2028 gelten solle. An manchen Standorten gilt sie nur bis 2025.

Dann folgt eine klare Ansage von Osterloh! Er sagte, was er von Verschlankungen hält, und machte der Konzernführung schwere Vorwürfe: Zunächst müsse das Management Verantwortung übernehmen für „das WLTP-Desaster (Emissionsmessverfahren), eine hochriskante Einkaufsstrategie, erhebliche Verzögerungen in zentralen Fahrzeugprojekten und gebrochene Zusagen“.

Er fuhr fort: „Bevor all diese Fragen nicht beantwortet und mit klaren Vereinbarungen versehen sind, wie wir diese Fehler beheben, werden hier keinerlei Gespräche zu weiteren Effizienzsteigerungen stattfinden.“

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