Im Wahlkampfjahr 2019 könnte der Wolf eine entscheidende Rolle spielen. Zwei Ministerinnen ringen um eine Haltung zu dem Tier – bislang ohne Erfolg.

Der Umgang mit dem Wolf spaltet die Gemüter – auch die Ministerinnen sind sich nicht einig.

Es ist eines der großen Aufregerthemen der vergangenen Wochen, ein Thema, das 2019 noch entscheidend werden könnte – es geht um den Wolf. Gerade im Osten Deutschlands ist er zum Politikum geworden und hier stehen im nächsten Jahr Wahlen an.

Kein Wunder also, dass die Parteien der großen Koalition nun ihre Positionen festklopfen wollen, bevor der Wahlkampf richtig losgeht. Es trafen sich also die zuständigen Ministerinnen, Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), um über den Wolf zu beraten.

Die Positionen der beiden Ministerinnen vor dem Treffen sind so schnell erzählt wie unterschiedlich. Klöckner möchte den Abschuss des Wolfes erleichtern, also den Bestand grundsätzlich regulierbar machen, sie bat Amtskollegin Schulze, alle rechtlichen Regelungen für eine gemäßigte Bestandsreduzierung auszuschöpfen. Schulze wiederum möchte, dass nur besonders auffällige Wölfe geschossen werden oder nur dann geschossen wird, wenn der Wolf Elektrozäune überwindet.

Der NABU teilt die Position von Umweltministerin Schulze

Eine Position, die auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) teilt. „Momentan ist die Population der Wölfe so klein, dass man gar nicht regulieren muss“, sagt Nabu-Sprecherin Kathrin Klinkusch. „Man sollte erst einmal Managementpläne und Herdenschutzmaßnahmen durchführen.“ Der Nabu fordere statt einer erweiterten Abschusserlaubnis die Einführung eines Herdenschutzkompetenzzentrums, in dem Ansprechpartner und Wissen für Landwirte gebündelt werden.

Wie groß die tatsächliche Zahl der Wölfe ist, bleibt unklar. Zwar wurden im November 2018 vom Bundesamt für Naturschutz 73 Wolfsrudel gezählt – wie viele Einzeltiere es sind, ist aber schwer zu sagen. Die Zahl könnte bei etwa 700 bis 800 Tieren liegen, Jagdverbände gehen von mehr aus. Dass die Population wächst, ist jedoch unbestritten. So geht Klöckner davon aus, dass der Bestand jedes Jahr um 25 bis 30 Prozent wachse.

Der Koalitionsvertrag hilft an dieser Stelle nur bedingt – er will einerseits Kriterien zum Abschuss von Wölfen prüfen lassen und erlaubt andererseits, gefährliche Wölfe zu schießen. Eine Vereinbarung über das konkrete Vorgehen scheint auch nach der Unterredung am Donnerstag zu kompliziert – keines der beteiligten Ministerien wollte sich zur Haltung ihrer Chefinnen äußern. Die Gespräche gehen weiter, hieß es nur.

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