Die «Hauptstadt des E-Sport» in Deutschland war einmal Köln. Mittlerweile hat sich der Fokus der Szene aber deutlich auf Berlin verlagert. Das ist zu einem großen Teil der LEC zu verdanken. Und den Teams, die mit der europäischen Liga nach Berlin zogen.

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Berlin (dpa) – Am Freitag beginnt in Berlin die Sommer-Saison der League of Legends European Championship (LEC). Vor fünf Jahren zog die europäische Königsklasse in League of Legends (LoL) von Köln in die deutsche Hauptstadt.

In der Pressemitteilung wurde Köln damals noch als «Hauptstadt des E-Sport» bezeichnet. Viele wichtige Firmen innerhalb der Industrie, etwa die ESL oder das Team SK Gaming, kommen aus dem Westen. Aber mittlerweile hat Berlin die alte «Hauptstadt» überholt. Auch wegen der LEC.

Die Liga wird in einem TV-Studio in Berlin-Adlershof ausgetragen. LoL-Entwickler Riot Games hat daraus eine Arena gemacht mit rund 200 Plätzen für Zuschauer. Freitags und samstags treten zehn europäische Teams gegeneinander an. Ein bisschen geht es um Preisgelder – aber viel mehr darum, sich für die internationalen Turniere zu qualifizieren.

Mit der LEC kamen auch einige LoL-Teams nach Berlin, beispielsweise Fnatic, H2k, Unicorns of Love und Origen. Mannschaften, die über die Jahre Weltruhm erlangen sollten, gerade bei den in Europa ausgetragenenen LoL-Weltmeisterschaften 2015. Zur gleichen Zeit etablierte sich das Spiel als weitreichenstärkster E-Sport-Titel. Weitere, sich später etablierende E-Sport-Größen wie G2 Esports oder Misfits Gaming, zogen deswegen ebenfalls in die deutsche Hauptstadt.

Sowohl Misfits als auch G2 haben aber nicht nur den Standort ihres LoL-Teams nach Berlin versetzt, sie bauen auch Begegnungsorte für interessierte Fans und Gamer. Die bereits fertiggestellte Misfits Arena ist ein Mini-Wettkampfort, in der Fans gemeinsam Turniere schauen, ihre E-Sport-Helfen treffen oder auch einfach nur eine Runde zocken können.

Im Bau befindlich ist auch eine Veranstaltungsfläche von Veritas Entertainment in der Nähe des Checkpoint Charlie. In Partnerschaft mit G2 Esports soll hier neben einem Turnierbereich auch ein «PC Bang» mit über 30 Rechnern entstehen. PC Bangs erinnern an Internetcafés und sind vor allem in Asien verbreitet. Die Gäste können dort für einen kleinen Betrag einen PC nutzen und Computerspiele spielen.

Allerdings dreht sich nicht alles nur um League of Legends in der Berliner E-Sport-Szene. Das zeitweise extrem erfolgreiche Spiel Playerunknown’s Battlegrounds (PUBG) hatte sein erstes internationales Turnier in der Mercedes-Benz-Arena im vergangenen Jahr, nun wird auch die europäische Liga dieser Disziplin in einer Berliner Messehalle ausgetragen. Und in der Mercedes-Benz-Arena wird im Oktober außerdem ein großer internationaler Wettkampf für Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO) stattfinden.

Natürlich gibt es im E-Sport auch weitere wichtige europäische Städte, wie das polnische Kattowitz oder die schwedische Hauptstadt Stockholm. Auch Madrid mausert sich aufgrund von Mannschaften wie den Movistar Riders oder MAD Lions zu einem Kontrahenten Berlins.

Dass diese Städte Berlin allerdings den Rang ablaufen, ist fraglich. Die deutsche Hauptstadt hat sich über die letzten Jahre zu sehr etabliert. Und dass die hier bestehende und wachsende Industrie noch einmal umzieht, ist eher unwahrscheinlich.

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