Bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Südkorea verpassen Patrick Hausding und Lars Rüdiger auf Rang vier eine überraschende Medaille und damit das vorzeitige Olympia-Ticket. Unzufrieden sind sie nach einem starken Wettkampf keineswegs.

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Gwangju (dpa) – Von Enttäuschung war bei Patrick Hausding und Lars Rüdiger nach der knapp verpassten WM-Medaille keine Spur. Von wegen undankbarer vierter Platz!

«Der ist heute sehr dankbar. Hätte mir vorher einer gesagt, dass wir Vierter werden, hätte ich das dankend angenommen», sagte der langjährige Medaillengarant Hausding mit einem zufriedenen Lächeln. Mit 399,87 Punkten fehlten den EM-Dritten bei der Schwimm-WM in Gwangju gut 14 Zähler auf Rang drei, der den vorzeitigen Startplatz für Olympia in Tokio bedeutet hätte.

«Dann kann man nur sagen: Hoffentlich springen wir nächstes Jahr in Tokio beim Weltcup genauso», sagte Rekordeuropameister Hausding mit Blick auf die nächste Qualifikationschance, «dann können wir auch in Tokio dabei sein.» Nach Rang drei bei der EM in Glasgow trat das Berliner Duo erstmals bei einer WM zusammen an. Hausdings früherer Partner Stephan Feck fehlt schon lange verletzt. «Tokio ist natürlich ein großer Traum», sagte Rüdiger. Auf dem Weg dahin wollen sie den Schwierigkeitsgrad ihres Sprungprogramms erhöhen.

Zur Halbzeit lagen Hausding (30 Jahre) und Rüdiger (23) bei ihrem ersten gemeinsamen WM-Start auf Platz drei. Doch Unsauberkeiten bei der Auerbachschraube im vierten Sprung kosteten entscheidende Punkte. «Vorher haben wir mit einem guten Finalplatz geliebäugelt, jetzt haben sie gezeigt, dass sie zur absoluten Weltspitze gehören. Das macht uns optimistisch in Richtung Olympia-Vorbereitung», sagte Bundestrainer Lutz Buschkow.

Tokio wären Hausdings vierte Olympische Spiele, am Sonntag steht im nicht-olympischen Wettkampf vom Ein-Meter-Brett erstmal sein nächstes Finale in Gwangju an. «Wir haben eine gute Stimmung in der Mannschaft: ein vierter Platz im Synchronspringen, dazu steht Patrick im Ein-Meter-Finale. Von der Warte ist die Ausgangsposition im Wasserspringen erstmal sehr schön», sagte Buschkow. Das dritte Gold im dritten Sprung-Wettbewerb ging an China.

Außer bei den Wasserspringern können die Sportler des Deutschen Schwimm-Verbandes auch im Freiwasserschwimmen Olympia-Tickets buchen. Deshalb konzentrieren sich die Nationen auch auf die olympische Zehn-Kilometer-Distanz, auf der Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz auf bis zu vier Tokio-Startplätze hofft. Nach Leonie Beck und Finnia Wunram am Sonntag (1.00 Uhr/MESZ) sind am Dienstag (1.00 Uhr/MESZ) Mitfavorit Florian Wellbrock und Rob Muffels an der Reihe.

Auch der Ungar Kristóf Rasovszky greift über zehn Kilometer an – und das als Weltmeister über fünf Kilometer. Der 22-Jährige gewann am Samstag in Yeosu die erste von insgesamt 76 Entscheidungen bei den Titelkämpfen. Der 21 Jahre alte WM-Debütant Niklas Frach belegte einen ordentlichen 18. Platz. Der 29-jährige Meißner kam als 23. ins Ziel.

«Es ging drunter und drüber. Die kamen von allen Seiten. Ich wusste teilweise gar nicht, wo ich so genau im Feld bin, weil überall irgendwelche Leute waren», sagte Meißner. Die Aussage des Würzburgers ließ erahnen, was auf Wellbrock und Muffels im voraussichtlich 75 Starter großen Teilnehmerfeld zukommt.

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