Christian Seifert könnte als DFL-Geschäftsführer künftig öffentlich öfters in Erscheinung treten: Der Topmanager ist als Sprecher des neuen Präsidiums ein Thema – falls der Posten des Ligapräsidenten abgeschafft wird.

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Frankfurt/Main (dpa) – Die Deutsche Fußball Liga will sich bei ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung eine neue Struktur verpassen.

Die 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga treffen sich am heutigen Dienstag (11.30 Uhr) im Kempinski Hotel Gravenbruch in Neu-Isenburg, um bei der Dachorganisation die Nachfolge des ausscheidenden DFL-Präsidenten Reinhard Rauball zu regeln.

PERSONALIEN:

Der 72 Jahre alte Rauball, zugleich Präsident von Borussia Dortmund, hört zur Generalversammlung am 21. August ebenso auf wie Präsidiumsmitglied Helmut Hack (Fürth). Der Posten des Ligapräsidenten wird wohl abgeschafft, künftig könnte es einen Sprecher des Präsidiums geben. Für diese Rolle wäre Christian Seifert prädestiniert: Der 50 Jahre alte Topmanager ist als Geschäftsführer des Profifußballs in Deutschland längst der große Macher bei der DFL. Gemeinsam mit dem Ehrenamtlichen Rauball repräsentierte er in den vergangenen Jahren die Deutsche Fußball Liga – ohne dass sich die beiden dabei in die Quere kamen.

STRUKTUR:

Das für drei Jahre gewählte Präsidium besteht derzeit aus Rauball, Peter Peters (FC Schalke 04), Hack, Jan-Christian Dreesen (Bayern München), Klaus Filbry (Werder Bremen), Rüdiger Fritsch (Darmstadt 98), Steffen Schneekloth (Holstein Kiel) sowie den DFL-Hauptamtlichen Seifert und Ansgar Schwenken. Die Geschäftsführung in der Frankfurter Guiollettstraße leitet Seifert. Zudem gibt es noch einen sechsköpfigen Aufsichtsrat mit Rauball an der Spitze. Im Dezember 2000 hatten die Erst- und Zweitliga-Vereine den damaligen Ligaverband gegründet, seit 2016 besteht die Dachorganisation unter dem Namen Deutsche Fußball Liga.

WANDEL:

Widerstand hatte es gegen ein im Präsidium entwickeltes und von Vizepräsident Peter Peters vorgestelltes Strukturmodell mit einem neuen Vorstand und einem deutlich größeren Aufsichtsrat gegeben. Eine sechsköpfige Arbeitsgruppe beschäftigte sich danach mit der Weiterentwicklung der Gremienstrukturen. Wie jede Organisation, mahnte Seifert, müsse sich auch die DFL weiterentwickeln.

Die Erstligisten haben sich grundsätzlich auf eine Strukturreform geeinigt. Jetzt geht es gemeinsam mit den Zweitliga-Vertretern um Details. Kritisiert werden vor allem die ehrenamtliche Führung, die Parallelstruktur von DFL-GmbH und e.V. und Ämtermischungen: So ist Seifert (hauptamtlicher) Geschäftsführer und sitzt auch im Präsidium. Rauball ist als DFL-Präsident auch Vorsitzender des Aufsichtsrats.

ZUKUNFT:

Der deutsche Spitzenfußball, der zuletzt einen Rekordumsatz von 4,42 Milliarden Euro schrieb, soll weiter professionalisiert werden. Die ganz große Lösung mit einer eingleisigen Struktur wird aber allenfalls mittelfristig kommen.

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