Der Hamburger SV muss sich gegen Dynamo Dresden in Geduld üben. Am Ende hilft ein Fehler des ansonsten starken Gäste-Torwarts Markus Schubert. Lewis Holtby nutzt den Patzer zum Siegtreffer. Der HSV kommt trotz seines Minimalismus dem Aufstieg immer näher.

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Hamburg (dpa) – Mit einem Arbeitssieg hat der Hamburger SV seine Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga gefestigt. Die Hanseaten setzten sich am Montagabend zum Abschluss des 21. Spieltages mit 1:0 (0:0) gegen Dynamo Dresden durch und hielten den Verfolger 1. FC Köln vorerst auf Distanz.

Den schwer erkämpften Erfolg der Hamburger vor 46.927 Zuschauern im Volksparkstadion schoss Kapitän Lewis Holtby (84. Minute) heraus. Dabei nutzte er einen schweren Patzer des lange Zeit starken Dynamo-Torwart Markus Schubert.

Es war für den Bundesliga-Absteiger das siebte Heimspiel in Serie ohne Niederlage. In der Tabelle sind die Hamburger weiter vier Punkte vor den Kölnern, die aber ein Spiel weniger absolviert haben. Die Dresdner kassierten die fünfte Niederlage in den jüngsten sechs Spielen und sind Zwölfte.

«Manchmal muss man sich das erarbeiten», sagte Torschütze Holtby zu seinem Treffer. Zugleich stellte er beim TV-Sender Sky kritisch fest: «Bei uns hat es heute vor allem am letzten Pass gefehlt.» Dresdens Co-Trainer Ovid Hajou, der für seinen erkrankten Chef Maik Walpurgis das Kommando auf der Bank hatte und mit ihm via Handy verbunden war, meinte trotz der Niederlage: «Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und hätten den Punkt verdient gehabt.»

Mit dem nach einer Verletzungspause zurückgekehrten Torjäger Pierre-Michel Lasogga hatten die Hamburger wieder mehr gefährliche Szenen. Aber ihr Aufbauspiel war nicht spritzig und präzise genug gegen die aufmerksame Fünfer-Abwehrkette der Dresdner. Bakery Jatta und Khaled Narey mühten sich auf den Flügeln, tauschten sogar ihre Positionen, kamen aber gegen die massive Dynamo-Abwehr nicht entscheidend zum Zug und liefen mehrmals ins Abseits.

Bejubelt von 8000 Dresdner Fans, die in der Anfangsphase ein Lichtermeer an bengalischen Feuern abbrannten, kamen die flinken Dresdner in wenigen Zügen immer wieder gefährlich vor das HSV-Tor. Die größte Möglichkeit vergab Moussa Koné, der mit einem unwiderstehlichen Sprint HSV-Verteidiger David Bates davonlief, aber an Torhüter Julian Pollersbeck scheiterte (52.).

Mehr Torchancen hatten jedoch die Gastgeber. In der zweiten Halbzeit erhöhten die dominanten Platzherren den Druck, konnten sich zunächst aber nicht durchsetzen. Holtby nutzte jedoch einen Patzer von Torhüter Schubert nach unmotiviertem Zuspiel des eigenen Verteidigers Linus Wahlqvist und schoss aus Nahdistanz zum Sieg ein. «Daraus habe ich gelernt», meinte Schubert zu der Szene. «Mal sehen, ob ich heute einschlafen kann.» Co-Trainer Hajou nahm seinen Keeper in Schutz: «Schubi ist ein überragender Torwart. Deswegen ist ihm niemand böse.»

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