Reinhard Rauball tritt als DFL-Präsident im August ab. Für die Dachorganisation des deutschen Profifußball ist das die Chance, sich neu zu organisieren – und weiter zu professionalisieren.

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Frankfurt/Main (dpa) – Nicht nur der Deutsche Fußball-Bund muss sich nach dem unrühmlichen Abgang von Präsident Reinhard Grindel sortieren, auch die Deutsche Fußball Liga will sich neu aufstellen.

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga an diesem Dienstag (Beginn 11.30 Uhr) in Neu-Isenburg geht es um die Nachfolge des ausscheidenden DFL-Präsidenten Reinhard Rauball. Der Posten wird wohl abgeschafft, ein Sprecher des Präsidiums installiert. Als Kandidat dafür gilt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der damit weiter an Macht gewinnen würde.

Der 72 Jahre alte Rauball, zugleich Präsident von Borussia Dortmund, hört zur Generalversammlung am 21. August auf. Er ist seit vielen Jahren die starke Figur bei der DFL – neben Topmanager Seifert, der den operativen Bereich der Dachorganisation verantwortet. Ein im Präsidium entwickeltes und von Vizepräsident Peter Peters vorgestelltes Strukturmodell sah zunächst einen neuen Vorstand vor und einen deutlich größeren Aufsichtsrat. Dagegen gab es aber Widerstand. Eine sechsköpfige Arbeitsgruppe beschäftigte sich danach mit der Weiterentwicklung der Gremienstrukturen.

«Braucht es noch einen Liga-Präsidenten, der den Fußball als Ganzes repräsentiert?», hatte Seifert bereits gefragt. «Geht das noch, wenn es aus der individuellen Entwicklung der 36 Clubs heraus immer weniger Gemeinsamkeiten gibt?» Wie jede Organisation müsse sich auch die DFL weiterentwickeln.

Dass eine Strukturreform her muss, darauf hatten sich die 18 Erstligisten am 26. April mehrheitlich bereits geeinigt. Die ehrenamtliche Führung sei nicht mehr zeitgemäß. Außerdem sorgen die Parallel-Struktur von DFL-GmbH und e.V. und Ämtermischungen für Kritik. Bei der Versammlung im Kempinski Hotel Gravenbruch sprechen nun auch die Zweitliga-Vertreter mit.

Der deutsche Profifußball, der in den vergangenen Jahren regelmäßig Rekordumsätze schrieb – zuletzt von 4,42 Milliarden Euro – soll weiter professionalisiert werden. Die ganz große Lösung mit einer eingleisigen Struktur wird aber allenfalls mittelfristig kommen.

Rauball war 2007 Nachfolger des verstorbenen Werner Hackmann als Vorsitzender des Ligaverbandes geworden. Sowohl nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach 2015 als nun auch von Grindel übernahm er zusammen mit Rainer Koch kommissarisch das Präsidentenamt beim krisengebeutelten DFB. Bis zum 26. Juli wollen DFL und DFB  einen Nachfolge-Kandidaten für Grindels Posten beim DFB präsentieren.

Das Präsidium besteht derzeit aus Rauball, Peters (Schalke 04), dem ebenfalls ausscheidenden Helmut Hack (Fürth), Jan-Christian Dreesen (Bayern München), Klaus Filbry (Bremen), Rüdiger Fritsch (Darmstadt), Steffen Schneekloth (Kiel) sowie den DFL-Hauptamtlichen Seifert und Ansgar Schwenken.

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