Waldbrand in Lübtheen: Für eine Entwarnung ist es noch zu früh

Die Bewohner von drei evakuierten Dörfern sind in ihre Häuser in Mecklenburg-Vorpommern zurückgekehrt. Die Einsatzkräfte haben den Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen eingedämmt. (Quelle: dpa)

Löscharbeiten gehen weiter: Der Waldbrand in Lübtheen ist mittlerweile unter Kontrolle, für Entwarnung ist es aber noch zu früh. (Quelle: dpa)


Hunderte Feuerwehrleute kämpfen immer noch gegen den riesigen Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern. Das letzte evakuierte Dorf soll wieder freigegeben werden. Alle Infos im Newsblog. 



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Freitag, 5.7.2019, 22.18 Uhr: Katastrophenfall nähert sich dem Ende

Am Montag soll der Katastrophenfall voraussichtlich für beendet erklärt werden, teilt der Kreis mit. Die Bundeswehr werde sich am Wochenende aus dem Einsatzgebiet zurückziehen, ihre Löschhubschrauber hätten den Einsatz bereits beendet. Aktuell sei der Brand auf eine Fläche von 560 Hektar eingedämmt worden, hieß es weiter.

Zuvor war bekanntgegeben worden, dass das evakuierte Dorf Alt Jabel am Samstagmorgen wieder freigegeben werden soll. In die anderen drei evakuierten Orte durften die Bewohner bereits am Mittwoch zurückkehren.

12.13 Uhr: Waldbrand rückt näher an Dorf heran

Der Kampf gegen den Waldbrand in Südwestmecklenburg geht weiter. Eine kritische Stelle sei der letzte noch evakuierte Ort, Alt Jabel, wo die Flammen von 350 auf 300 Meter herangerückt seien, sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Donnerstag. Die 200 Bewohner müssen damit weiter in Notunterkünften oder bei Verwandten ausharren.

Donnerstag, 4.7.2019, 7.55 Uhr: Mehrere Glutnester entdeckt

Die Lage nahe der letzten evakuierten Ortschaft im Waldbrandgebiet bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern bleibt angespannt. Das Feuer sei in der Nacht zum Donnerstag wieder etwas an das Dorf Alt Jabel herangerückt, sagte ein Sprecher des Landkreises der Nachrichtenagentur AFP. In der Nacht seien bei Überwachungsflügen mehrere Glutnester in weniger als 350 Metern Entfernung des Ortes entdeckt worden. Die Einsatzkräfte wollten sich in den kommenden Stunden darauf konzentrieren, weitere Riegel aus bewässerten Schneisen und Erdwällen um das Dorf herum zu legen. Die Behörden wollen die Einwohner erst in ihre Häuser zurücklassen, wenn das Feuer bis auf tausend Meter zurückgedrängt ist.

Das Gelände auf dem vom Waldbrand betroffenen ehemaligen Truppenübungsplatz der Bundeswehr ist mit Alt-Munition kontaminiert. Es kommt immer wieder zu Detonationen. Die Evakuierung von drei weiteren Dörfern in der Nähe des Waldbrandes war am Mittwoch aufgehoben worden. Insgesamt brennt es weiterhin auf einer Fläche von etwa 600 Hektar. Das Feuer gilt als unter Kontrolle. Seit Beginn des größten Waldbrandes in der Geschichte von Mecklenburg-Vorpommern hat es auf etwas mehr als 1.200 Hektar gebrannt. Der Stadtrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), rechnet damit, dass etwa 1.500 Einsatzkräfte gebraucht werden, um das Brandgebiet auch in den kommenden Wochen zu überwachen, wenn das offene Feuer gelöscht ist.

20.55 Uhr: Erste Entspannung bei Waldbrand bei Lübtheen

Die Lage im Waldbrandgebiet hat sich erstmals seit Ausbruch des Feuers am Sonntag leicht entspannt. 450 Bewohner konnten in ihre vorsorglich geräumten Häuser zurückkehren. Als erstes gab die Einsatzleitung am Mittag den Ort Trebs wieder frei, am frühen Abend folgten das Nachbardorf Jessenitz-Werk sowie Volzrade. Von einer generellen Entspannung könne aber noch keine Rede sein, sagte Landrat Stefan Sternberg. Jederzeit könnten auffrischende Winde das Feuer neu entfachen.

7.56 Uhr: Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern ist unter Kontrolle

Die Feuerwehr hat den riesigen Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern unter Kontrolle. „Wir haben das Feuer jetzt im Griff“, sagte der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Der Brand sei nun von allen Seiten komplett eingekesselt.

Insgesamt habe eine Fläche von mehr als 1.200 Hektar gebrannt, am Mittwochmorgen brannten noch 700 Hektar, sagte Sternberg. Dies sei auf die niedrigeren Temperaturen in der Nacht zurückzuführen. Es sei aber davon auszugehen, dass es mit den steigenden Temperaturen am Tag „wahrscheinlich“ wieder ein Aufflammen geben werde.

Das Feuer sei aber mit Schneisen eingekesselt. Dennoch bestehe die Gefahr, dass wenn der Wind drehe, diese Schneisen wieder übersprungen werden könnten. Deshalb blieben auch die Evakuierungsanordnungen vorerst bestehen, sagte der Landrat.

6.00 Uhr: Brandbekämpfung wird forciert 

Mit vereinten Kräften wollen Feuerwehr, Bundeswehr und Polizei den verheerenden Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern jetzt auch von innen heraus bekämpfen. Am heutigen Mittwoch werden nach Angaben des Führungsstabes erstmals Löschfahrzeuge der Feuerwehr und Wasserwerfer der Polizei in das Brandgebiet vorrücken, das wegen der hohen Munitionsbelastung nur beschränkt zugänglich ist.

„Es gibt keine neuen schlechten Nachrichten“, sagte Landkreis- Sprecherin Susann Koch zur Situation in dem Gebiet am frühen Mittwochmorgen. Am Dienstag hatten Räumpanzer der Bundeswehr in ausgewählten, weniger belasteten Arealen begonnen, alte, inzwischen zugewachsene Wege wieder zugänglich zu machen. Über diese Schneisen sollen nun Löschfahrzeuge auf das Gelände vorrücken.

Mittwoch, 3.7.2019, 5.00 Uhr: Schwesig würdigt Leistung der Einsatzkräfte

Die Einsatzkräfte leisten bei der Bekämpfung des Waldbrandes nahe Lübtheen nach Überzeugung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Außergewöhnliches. „Es ist beeindruckend und großartig“, sagte die Regierungschefin am Dienstag bei einem Besuch in Lübtheen. Sie habe ihren Urlaub in Frankreich unterbrochen, um Feuerwehrleuten, Polizisten, Bundeswehrangehörigen, den vielen Helfern und auch den betroffenen Anwohnern den Rücken zu stärken. Viel Unterstützung erhalte Mecklenburg-Vorpommern auch aus anderen Bundesländern. „Das ist schon eine starke Leistung und ich hoffe, dass es uns gelingt, das Feuer stärker in den Griff zu bekommen“, sagte Schwesig.

Zuvor hatte sie auf dem Weg vom Flugplatz nach Lübtheen einen Teil des etwa 600 Hektar großen Brandgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz überflogen. Froh sei sie, dass die Bevölkerung, die zum Teil ihre Häuser verlassen musste, so besonnen reagiert habe. 

00.30 Uhr: Wasserwerfer und Räumpanzer bei Brandbekämpfung

Der verheerende Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter ausgedehnt. Dennoch schöpfen die Verantwortlichen Zuversicht, das vor allem am Boden wütende Feuer unter Kontrolle bringen und schließlich löschen zu können. „Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über“, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg (SPD).

Dabei setzen die Löschkräfte auf die Hilfe der Bundeswehr, die mit schwerer Technik anrückte und begann, sichere Wege in das stark mit Munition belastete Brandgebiet zu öffnen. Wegen der Hitze kommt es dort regelmäßig zu Detonationen alter Munition, weshalb Löschtrupps bislang nicht direkt im Brandgebiet tätig werden konnten.

Zur Unterstützung der Feuerwehren, die bislang vom Rand her das Ausbreiten der Flammen unterbinden, waren am Dienstag erstmals auch Wasserwerfer der Polizei im Einsatz. Sie sollen nach Angaben Sternbergs am Mittwoch mit in die als weniger belastet eingestuften Regionen vordringen und das Feuer auch von innen bekämpfen.

Dienstag, 2. July, 21.15 Uhr: Nun brennen 1.200 Hektar

Der verheerende Waldbrand dehnt sich weiter aus. Er hat nach jüngsten Angaben inzwischen eine Gesamtfläche von rund 1.200 Hektar, also zwölf Quadratkilometern.

Dennoch schöpfen die Verantwortlichen Zuversicht, das vor allem am Boden wütende Feuer unter Kontrolle bringen und schließlich löschen zu können. „Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über“, sagte Landrat Stefan Sternberg. Inzwischen seien insgesamt fast 3.000 Kräfte über den Tag verteilt im Einsatz. 

20.21 Uhr: Ministerpräsidentin Schwesig unterbricht Urlaub

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat ihren Urlaub unterbrochen und ist zum Krisenherd bei Lübtheen gereist. Die Einsatzkräfte leisteten Außergewöhnliches, sagte sie nach einem Überflug des Gebiets.  „Es ist beeindruckend und großartig.“

Sie sei gekommen, um Feuerwehrleuten, Polizisten, Bundeswehrangehörigen, den vielen Helfern und auch den betroffenen Anwohnern den Rücken zu stärken. Viel Unterstützung erhalte Mecklenburg-Vorpommern auch aus anderen Bundesländern. „Das ist schon eine starke Leistung und ich hoffe, dass es uns gelingt, das Feuer stärker in den Griff zu bekommen“, sagte Schwesig.

18.36 Uhr: Die Dimension des Waldbrands in Lübtheen

Auf mehr als 600 Hektar Fläche wütet in Lübtheen derzeit der größte Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld der Standardgroße hat etwa 0,7 Hektar. Es brennt also eine Fläche von mehr als 850 Fußballfeldern.

Die Waldfläche in Mecklenburg-Vorpommern beträgt etwa 558.000 Hektar. Das sechstgrößte Bundesland hat demnach einen Anteil von 24 Prozent Waldfläche. Von den Flächenländern – also ohne Berlin, Bremen und Hamburg – hat das Land damit den zweitgeringsten Waldanteil in der Bundesrepublik. Deutschland hat insgesamt etwa 11,4 Millionen Hektar Wald.

17.34 Uhr: „Löschen, löschen, löschen – das Feuer muss weg“

Die Sicherung der Orte bleibe auch weiterhin Priorität Nummer 1, doch müsse mit Blick auf die Dauer des Einsatzes auch die unmittelbare Brandbekämpfung verstärkt werden, heißt es. „Wir arbeiten hier mit 2.500 Kräften über den Tag. Wie lange wir das mit dem ehrenamtlichen Potenzial noch aufrechterhalten können, wissen wir nicht. Darum geht jetzt alle Kraft in die Richtung, dass wir so schnell wie möglich löschen, löschen, löschen. Das Feuer muss weg“, sagte Landrat Sternberg.

17.29 Uhr: Löschwasser wird knapp

Die Dauerbewässerung der Randflächen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz hat Folgen: An einigen Stellen kann inzwischen kein Wasser mehr gefördert werden. „Die ersten Brunnen steigen aus“, sagte der Chef des Einsatzstabs. 

Deswegen sei ein Fluss in der Nähe auf über drei Meter angestaut worden, sagte Landrat Stefan Sternberg. Zudem solle auch Wasser aus umliegenden Seen und der etwa 20 Kilometer entfernten Elbe herangeholt werden. „Alles, was an Wasser möglich ist, wird jetzt in diese Region geholt“, sagte Sternberg.

16.25 Uhr: Ermittler haben Hinweise auf mehrere Brandherde

Inzwischen hat die Polizei weitere Hinweise, dass der Waldbrand die Folge von Brandstiftung ist. Mehr als zwanzig Videos und Fotos seien bei den Ermittlern eingegangen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock. Erste Hinweise auf mehrere Brandherde waren am Samstagnachmittag eingegangen – Feuerwehrleute hätten schnell vermutet, dass die Brände nicht durch Zufall entstanden seien.

15.10 Uhr: Was bedeuten die Waldbrand-Gefahrenstufen?

Bei anhaltender, hoher Trockenheit steigt die Gefahr von Waldbränden. Das Risiko wird in verschiedene Stufen unterteilt – die jeweils auch Verbote für Waldspaziergänger mit sich bringen. Was Sie wann beachten sollten, lesen Sie .

15.04 Uhr: Flüsse müssen angestaut werden

Laut Polizei Ludwigslust werden mittlerweile Flüsse angestaut, um die ausreichende Versorgung mit Löschwasser zu gewährleisten. Das Feuer um die Ortschaft Jabel sei derzeit rund 150 Meter zurückgedrängt worden. Räumpanzer der Bundeswehr und das Technische Hilfswerk schlagen derweil Brandschneisen in den Wald.

14.53 Uhr: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

Das verheerende Feuer auf dem Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern ist mit großer Wahrscheinlichkeit gelegt worden. „Es verhärtet sich der Verdacht, dass es sich um Brandstiftung handelt“, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, am Dienstag in Lübtheen.

Landrat Stefan Sternberg (SPD, l.) mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU). (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen zwar noch nicht abgeschlossen, doch habe er Informationen bekommen, dass sich der Verdacht massiv erhärtet habe. Ob es bereits Verdächtige gibt, sagte Sternberg nicht. Am Montag hatte die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet und darum gebeten, verdächtige Beobachtungen zu melden. 

11.37 Uhr: Feuerwehrverband fordert Hubschrauber zur Waldbrandbekämpfung

Der Deutsche Feuerwehrverband hat angesichts der Waldbrände in Mecklenburg-Vorpommern und der steigenden Wahrscheinlichkeit weiterer Brände in Deutschland eine bessere Ausrüstung der Wehren gefordert. „Es wäre gut, wenn wir in Deutschland zehn weitere Hubschrauber mit der Möglichkeit hätten, Außenlastbehälter zu transportieren“, sagte Verbandsvizepräsident Karl-Heinz Knorr. Diese Hubschrauber sollten wie bisher der Bundeswehr beziehungsweise der Bundes- und Landespolizei zugehörig sein.

Knorr schlug auch vor, die Hubschrauber, die keine Möglichkeit für Außentransporte haben, nachzurüsten. „Wir brauchen aber keine Löschflugzeuge“, betonte er. Diese benötigten bei der Füllung zu große Wasserflächen, die in Deutschland kaum zu finden sind.

11.04 Uhr: Landwirtschaftsminister Backhaus sagt Sommertour ab

Wegen der Waldbrände im Süden Mecklenburg-Vorpommerns hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) seine für diese Woche geplante Sommertour abgesagt. Dies gab sein Ministerium in Schwerin bekannt. Die Tour sollte ihn durch die Nationalen Naturlandschaften Mecklenburg-Vorpommerns führen.

So war an diesem Dienstag der Besuch des Müritz-Nationalparks und des Naturparks Feldberger Seenlandschaft geplant. Bis Freitag waren zudem Visiten in der Sternberger Seenland, der Nossentiner/Schwinzer Heide, der Mecklenburgischen Schweiz und Kummerower See sowie der Flusslandschaft Peene, des Stettiner Haffs und der Insel Usedom vorgesehen.

Der Mitteilung zufolge entfällt auch der Besuch der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter in Teterow.

10.34 Uhr: Auch die Flughafenfeuerwehr aus Berlin hilft

Die Einsatzkräfte in Mecklenburg-Vorpommern bekommen auch aus der Hauptstadt Unterstützung. Die Polizei Ludwigslust twitterte, dass die Flughafenfeuerwehr der Berlin Airports mit ihrem Flughafenlöschfahrzeug „Panther 6×6“ hilft.

Der „Panther 6×6“ kam bei dem Waldbrand nahe Lübtheen auch sofort zum Einsatz, wie die Airports Berlin in einem Tweet zeigten. Er ist dafür gut geeignet schreibt Berlin Airport: „Flugfeldlöschfahrzeuge sind extrem geländegängig. Der Panther hat riesige Reifen, Allradantrieb und über 700 PS.“

Los geht's! Noch in der Nacht gab es den ersten Einsatzbefehl für den Panther. pic.twitter.com/vTnZs5b9VK

— Berlin Airport Corporate News (@fbb_corporate) July 2, 2019

10.00 Uhr: Bundeswehr rückt mit Räumpanzern an

Bei der Bekämpfung des großen Waldbrandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern setzen die Löschkräfte nun auf massive Hilfe der Bundeswehr. Am Dienstag sollen Räum- und Bergepanzer Schneisen in das Brandgebiet schlagen und so den Feuerwehrleuten sicheren Zugang in das stark munitionsbelastete Gebiet verschaffen.

Dafür schicke die Bundeswehr zehn dieser gepanzerten Fahrzeuge in die Brandzone, sagte Landrat Stefan Sternberg. Bislang sei es darum gegangen, die am Rande des Truppenübungsplatzes gelegenen und zum Teil auch schon geräumten Dörfer vor dem Übergreifen des Feuers zu schützen. Das sei gelungen. „Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über.“

9.00 Uhr: Waldbrand breitet sich auf 600 Hektar aus

Der Waldbrand in der Nähe von Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in der Nacht zum Dienstag auf rund 600 Hektar ausgeweitet. Das größte Problem sei nach wie vor der Wind und die anhaltende Trockenheit, sagte ein Sprecher des Landratsamts Ludwigslust-Parchim. Am Dienstag sollten weiter Schneisen in das munitionsbelastete Gebiet geschlagen werden. Am Montag hatte das Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz auf rund 430 Hektar gewütet.

5.00 Uhr: Löscharbeiten gehen weiter – Flotte der Helikopter verdoppelt

Mit acht Löschhubschraubern und mehreren Wasserwerfern wollen die Einsatzkräfte den Waldbrand auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag unter Kontrolle bekommen. Damit wird die Flotte der Helikopter verdoppelt.

Wegen unberechenbarer Winde gibt es noch keine Entwarnung in dem munitionsbelasteten, stark ausgetrockneten Gebiet im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Vier Dörfer wurden bislang evakuiert. Die Wasserwerfer sollen Schneisen und Wege mit bewässern. 

Am frühen Dienstagmorgen brannte es nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises auf einer Fläche von etwa 430 Hektar (4,3 Quadratkilometer) auf dem etwa 6000 Hektar großen früheren Militärgelände. Das Gebiet ist hochgradig mit Munition belastet, was die Löscharbeiten erheblich erschwert, die Feuerwehr muss einen 1000-Meter-Abstand halten.

Montag, 1. Juli, 22.16 Uhr: Viertes Dorf evakuiert

Wegen des Waldbrandes in Mecklenburg-Vorpommern muss eine weitere Ortschaft evakuiert werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe teilte am Montagabend mit, es sei mit der Räumung von Volzrade begonnen worden. Betroffen sind 117 Menschen. Seit Sonntagabend waren bereits drei Orte evakuiert worden, etwa 900 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

20.39 Uhr: Brand dehnt sich weiter aus – Explosionen

Bis zum Abend hat sich das Feuer laut Einsatzstab bis auf eine Fläche von 470 Hektar auf dem etwa 6.000 Hektar großen früheren Militärgelände ausgedehnt – das entspricht einer Fläche von 4,7 Quadratkilometern.  Die Feuerwehrleute dürfen sich aus Sicherheitsgründen dem Brandgebiet nur bis auf 1.000 Meter nähern, denn das Gebiet ist hochgradig mit Munition belastet. Es kommt den Angaben zufolge deswegen immer wieder zu Explosionen. Weitere Evakuierungen sind wohl nicht ausgeschlossen.

18.29 Uhr: Verdacht auf Brandstiftung – Polizei ermittelt

Bei der Suche nach den Ursachen für die verheerenden Waldbrände geht die Polizei dem begründeten Verdacht auf Brandstiftung nach. „Da Kräfte der Feuerwehr gleich mehrere Brandherde meldeten, besteht der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung“, heißt es in einer Mitteilung des zuständigen Polizeipräsidiums Rostock.

Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen und suche nach Zeugen. Wer im Waldgebiet südlich von Jessenitz-Werk Beobachtungen, Fotos oder Videos gemacht habe, die zur Aufklärung der Brände beitragen könnten, solle sich melden.

(Quelle: t-online.de)

17.36 Uhr: ARD sendet Brennpunkt zur Lage bei Lübtheen

Unter dem Titel „Explosiver Flächenbrand – Evakuierungen in Mecklenburg“ sendet die ARD am Montagabend nach der Tagesschau einen 15-minütigen Brennpunkt. Darin wird über die Lage am Brandort informiert.

16.37 Uhr: Winde drohen Feuer weiter anzufachen

Auffrischende Winde drohen den Waldbrand bei Lübtheen weiter anzufachen. Ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim sagte, die „Gefahr ist noch lange nicht gebannt“. Die Einsatzkräfte seien auf die Evakuierung von zwei weiteren Ortschaften vorbereitet, auch wenn dies akut noch nicht geplant sei. Bergungspanzer der Bundeswehr schlugen Brandschneisen rund um die bedrohten Ortschaften. Wasserwerfer und Hubschrauber der Landespolizei und der Bundeswehr unterstützten die Brandbekämpfer.

16.15 Uhr: Lungenexperte: Waldbrand ist „gigantische Belastung“

Die Feinstaubbelastung durch den Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern sollte einem Lungenexperten zufolge nicht unterschätzt werden. „Das sind für die Lunge schon echte Katastrophensituationen“, sagte der Ulmer Lungenfacharzt Michael Barczok der Deutschen Presse-Agentur. Durch das Feuer würde in riesigen Mengen pflanzliches Material verbrannt. „Es ist einfach eine gigantische Belastung mit Luftschadstoffen unterschiedlichster Zusammensetzung“, sagte der Sprecher des Bundesverbandes der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner weiter.

Die Feinstaubbelastung werde sich auch in Entfernungen von 20 bis 40 Kilometern erhöhen. „Die Gefahr nimmt leider nicht wirklich mit der steigenden Entfernung vom Brandherd ab, sondern man hat ja eine richtige Rauchfahne, die über das Land zieht.“ Das sei eine Belastung für jede Lunge – vor allem aber für die von Ältern, Kindern und Menschen mit Lungenerkrankungen.

Auch Barczok empfiehlt: „Feinstaub meiden“, also in der Wohnung bleiben. Masken helfen nach seiner Einschätzung nur bedingt gegen die Feinstaubpartikel. Wer dennoch raus muss, sollte körperliche Anstrengung und damit tiefere, schnellere Atemzüge meiden. „Übrigens wäre der Aufenthalt an Seen oder Flüssen förderlich, weil wir wissen dass Feinstaubbelastungen durch Wasser und Vegetation auch reduziert werden.“

15.18 Uhr: Wie Sie sich bei Waldbrand richtig verhalten

14.03 Uhr: Militärische Altlasten erschweren im Osten Waldbrand-Bekämpfung

Militärische Altlasten in Ostdeutschland erschweren häufig die Bekämpfung von Waldbränden. Nach Angaben des Landesinnenministeriums in Schwerin gelten in Mecklenburg-Vorpommern 175 Flächen als hochgradig mit Kampfmitteln belastet, deren Beseitigung „erforderlich“ sei. Dazu gehören rund 28.400 Hektar Waldflächen. Das sind etwa zehn Prozent der Gesamtwaldfläche Mecklenburg-Vorpommerns. Auf weiteren knapp 109.000 Hektar ist eine Kampfmittelbelastung dokumentiert.

Das Land Brandenburg hat nach eigenen Angaben den höchsten Anteil an kampfmittelbelasteten Gebieten unter allen Bundesländern. Neben den rund 200.000 Hektar militärisch genutzten Flächen stehen auch 350.000 Hektar zivil genutzte Fläche unter Kampfmittelverdacht, wie aus dem aktuellen Waldbrandbericht hervorgeht. Davon sind etwa 280.000 Hektar Wald betroffen, das sind etwa ein Drittel der Gesamtwaldfläche in Brandenburg. Konkret genannt werden unter anderem die früheren Truppenübungsplätze Jüterbog West im Landkreis Teltow Fläming und Lieberoser Heide im Landkreis Dahme-Spreewald.

Seit 2007 hat der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) demnach 62.000 Hektar Landeswald nach Munition untersucht – auf rund 9600 Hektar darf wegen Verdachts einer erheblichen Belastung nicht im Waldboden gearbeitet werden.

13.20 Uhr: Hohe Waldbrandgefahr auch in anderen Teilen Deutschlands

12.55 Uhr: Auch Feuerwehrkräfte aus Niedersachsen im Waldbrand-Einsatz

Auch Feuerwehrkräfte aus Niedersachsen helfen bei der Waldbrandbekämpfung in Mecklenburg-Vorpommern. Wie das Innenministerium in Hannover am Montag mitteilte, ist die Kreisfeuerwehrbereitschaft aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) mit den Fachzügen Wasserförderung, Wassertransport und technische Hilfeleistung mit 110 Einsatzkräften seit dem frühen Morgen auf dem Weg in den Landkreis Ludwigslust-Parchim. Eine Ablösung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Rotenburg sei aus dem Landkreis Stade vorgesehen. Weitere Kräfte aus Niedersachsen seien für den Fall weiterer Anforderungen in Vorplanung. 

Das Land Niedersachsen stellt laut Ministerium auch drei 900-Liter-Behälter für Löschhubschrauber zur Verfügung. Die Bundeswehr werde diese mit einem Hubschrauber von Celle-Scheuen nach Mecklenburg-Vorpommern bringen

Unser #Polizeihubschrauber ist ebenfalls vor Ort und verschafft uns einen Überblick über die aktuelle Situation. #Waldbrand#Lübtheen#WaldbrandMV pic.twitter.com/ITYjzhzi9n

— Polizei Ludwigslust (@PolizeiLWL) July 1, 2019

12.23 Uhr: Drei Dörfer und Ferienlager evakuiert

Nach Angaben von Stefan Sternberg (SPD), Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, wurden in der Nacht und am Morgen drei Ortschaften, die unmittelbar an den Brandherd grenzen, vorsorglich evakuiert. Dabei handele es sich um Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs. Betroffen seien insgesamt 650 Menschen, die zumeist bei Verwandten und Bekannten untergekommen seien oder in der Turnhalle von Lübtheen. Zudem sei ein Ferienlager mit 100 Kindern geräumt worden. Die Kinder seien bei ihren Familien in Sicherheit.

12.17 Uhr: Brandgeruch auch in Sachsen

Der Brandgeruch des großen Feuers bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern ist selbst in Sachsen spürbar gewesen. Bei den Feuerwehren in Leipzig und Dresden gingen am Morgen zahlreiche Anrufe von besorgten Bürgern ein. Sie berichteten, dass es stark nach Rauch rieche, aber nirgends brenne, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Leipzig. Auch in Dresden zog der Geruch von Nord nach Süd über die gesamte Stadt. Die Mitarbeiter der Rettungsleitstellen hätten die Anrufer beruhigt. Der Brandgeruch stamme tatsächlich von dem Waldbrand im 300 Kilometer entfernten Lübtheen.  

10.42 Uhr: Größter Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns

Der Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Lübtheen ist nach Angaben der Behörden der größte in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Auch zu DDR-Zeiten habe es keinen Brand mit ähnlichem Ausmaß gegeben, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Montag auf einer Pressekonferenz am Rande des Brandgebiets. Backhaus und Landes-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) forderten Unterstützung vom Bund an. Das Land habe keine ausreichende Technik, um das Feuer zu löschen.

10.05 Uhr: Brandgeruch auch in Berlin

Auch in Berlin war der Brandgeruch wahrnehmbar. Die Berliner Feuerwehr empfahl den Bewohnern der Hauptstadt, ebenfalls die Fenster zu schließen, aber von Nachfragen unter der Notrufnummer 112 abzusehen. „Der Geruch ist lästig, aber nicht gefährlich“, schrieb die Feuerwehr im Kurzbotschaftendienst Twitter.

10.01 Uhr: Einsatzkräfte müssen tausend Meter Abstand halten

Wegen der im Boden lagernden Munition müssen Einsatzkräfte tausend Meter Abstand zum Brand halten. Das betreffe Löschfahrzeuge genauso wie Löschflugzeuge, sagte Backhaus. Die Ortschaften zu sichern habe derzeit Priorität vor der Brandbekämpfung, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg.

Bedroht von dem Feuer wird auch ein Betrieb des Munitionsbergungsdienstes auf dem ehemaligen militärischen Schießplatz. Die Flammen sollen nur 50 Meter entfernt sein. Der Übungsplatz war seit den 1930er Jahren in Betrieb und wurde vor vier Jahren geschlossen. Wie viel Alt-Munition im Boden lagert, ist unklar. Tests hätten eine Belastung mit „45 Tonnen Munition“ ergeben.

9.50 Uhr: Feuer war schon gelöscht

Schon in der vorigen Woche war in dem Waldgebiet östlich Lübtheens auf etwa 6 Hektar ein Feuer ausgebrochen, das nach Behördenangaben aber am Freitag gelöscht war– am Sonntag brach das Feuer dann erneut aus und dehnte sich bei teilweise starken und drehenden Winden rasch aus. Als Ursache vermuten die Behörden Brandstiftung. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge soll das Feuer an drei Stellen ausgebrochen sein. Innenmister Caffier wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht näher zu dem Verdacht äußern.

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