Kim Jong Un mit Xi Jinping bei seinem Staatsbesuch 2018 in Beijing: China ist der engste Verbündete Pjöngjangs und ein wichtiger Akteur bei den Bemühungen um eine Lösung des Atomstreits. (Quelle: AP/dpa)

Zum ersten Mal reist Chinas Präsident Xi Jinping nach Nordkorea. Der Besuch weckt die Hoffnung, dass auch wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm kommt.

Erstmals seit 14 Jahren besucht ein chinesischer Präsident wieder Nordkorea. Präsident Xi Jinping traf am Donnerstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Pjöngjang ein, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Besuch weckt in der Region auch die Hoffnung, Xi könnte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zur Wiederaufnahme der derzeit festgefahrenen Verhandlungen mit den USA über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm überreden.

Xi reist den Berichten zufolge mit seiner Frau Peng Liyuan und einer Delegation von hochrangigen Funktionären der Kommunistischen Partei und Regierungsmitgliedern, darunter auch Außenminister Wang Yi. Es ist die erste Visite Xis in das abgeschottete Nachbarland, nachdem Kim bereits viermal China besucht hatte. Beide Länder feiern in diesem Jahr den 70. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

China ist wichtiger Akteur im Atomstreit 

Derzeit bemühen sich die USA und Südkorea darum, die Führung in Pjöngjang zu den Atomgesprächen zurückzubringen. Das zweite Gipfeltreffen zwischen Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump war Ende Februar in Vietnam gescheitert. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen.

China ist der engste Verbündete Pjöngjangs und ein wichtiger Akteur bei den Bemühungen um eine Lösung des Atomstreits. Kommentatoren in Südkorea vermuten, dass sich Kim mit der chinesischen Führung auch über seine Strategie in dem Konflikt abstimmen und Rückendeckung für die Verhandlungen mit den USA bekommen wolle. Nordkorea fordert unter anderem eine Lockerung der internationalen Sanktionen, die auf UN-Ebene auch von Peking unterstützt werden.

Die Reise des chinesischen Staatschefs nach Nordkorea erfolgt kurz vor dem G20-Gipfel in Japan Ende des Monats. Dort wollen Xi Jinping und Trump auch zusammenkommen, um über den Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften zu reden. Es wird erwartet, dass auch Nordkorea ein Thema sein wird. 

  • Trotz Waffentests:
  • Angriffe auf Tankschiffe: 
  • „China in die Knie zwingen“: 

Derzeit gibt es Spekulationen in Südkorea, dass Kim und Trump bald wieder zu einem Gipfeltreffen zusammenkommen könnten. Trump hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, er habe einen weiteren „schönen Brief“ von Kim erhalten. Auf die Frage nach einem möglichen weiteren persönlichen Treffen mit Kim sagte er, es könnte dazu kommen. Konkreter wurde er nicht. Trump wird nach dem G20-Gipfel nach Südkorea weiterreisen.

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