Putschversuch angeblich gescheitert

In Gabun haben Soldaten am Montag offenbar als Teil eines Putschversuchs einen Radiosender unter ihre Kontrolle gebracht. Eine Neujahrsansprache von Präsident Ali Bongo habe Zweifel über dessen Fähigkeit zur Ausübung seiner Amtsgeschäfte verstärkt. (Quelle: Reuters)

Gabun: Ein Putschversuch gegen den Präsidenten ist angeblich gescheitert. (Quelle: Reuters)


Im westafrikanischen Gabun ist am Montag ein Militärputsch missglückt. Aufständische hatten den staatlichen Rundfunk besetzt und von dort zum Volksaufstand gegen die Führung aufgerufen. 

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Nach dem Aufruf zum Volksaufstand durch das Militär im westafrikanischen Gabun sieht die Regierung die Situation wieder unter Kontrolle. „Es ist wieder Ruhe eingekehrt“, sagte Regierungssprecher Guy-Bertrand Mapangou am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Von den fünf Militärs, welche den staatlichen Rundfunk besetzt hatten, seien vier festgenommen worden und der fünfte geflüchtet. Sicherheitskräfte seien in der Hauptstadt postiert worden und würden die Präsenz auch in den kommenden Tagen aufrechterhalten, sagte der Regierungssprecher weiter. Die Landesgrenzen blieben offen. Die Afrikanische Union (AU) verurteilte den Putschversuch, schrieb der Vorsitzende der AU-Kommission, Moussa Faki Mahamat auf Twitter.

The @_AfricanUnion strongly condemns the coup attempt this morning in #Gabon. I reaffirm the AU's total rejection of all unconstitutional change of power.

— Moussa Faki Mahamat (@AUC_MoussaFaki) January 7, 2019

Es waren Schüsse zu hören

Soldaten hatten kurz zuvor offenbar versucht, den seit Monaten im Ausland befindlichen Staatschef Ali Bongo aus dem Amt zu putschen. Sie drangen in das Gebäude des staatlichen Rundfunks ein und forderten die Menschen zum Aufstand auf. Zeitgleich waren Schüsse zu hören.

Zuvor hatte der französische Auslandssender RFI berichtet, das Militär habe anscheinend die Macht ergriffen. Ein auf Twitter verbreitetes Video zeigt Bewaffnete in Uniform, die behaupten, sie wollten die Demokratie in Gabun erhalten. Weitere, nicht verifizierte Videos im Netz zeigten Panzer auf Straßen.

USA hat 80 Soldaten nach Libreville geschickt

Die ehemalige französische Kolonie Gabun wird seit mehr als einem halben Jahrhundert von Angehörigen der Familie Bongo regiert. Von 1967 bis zu seinem Tod regierte Omar Bongo Ondimba, seitdem herrscht sein Sohn Ali Bongo Ondimba. Zurzeit befinde sich Ali Bongo zur medizinischen Behandlung in Marokko, berichtete RFI.

  • Flucht vor der Familie:

Erst am Wochenende hatten die USA rund 80 Soldaten in Gabuns Hauptstadt Libreville geschickt. US-Präsident Donald Trump begründete dies mit möglichen gewalttätigen Demonstrationen im Kongo nach der Wahl vor rund einer Woche. Das offizielle Ergebnis steht noch aus. Die US-Soldaten könnten in Gabun, im Kongo oder in der Republik Kongo eingesetzt werden.

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