Nach Wahl in Bremen: Grüne wollen nicht mit CDU regieren

Die Bremer Grünen erwägen, mit der SPD und den Linken über eine rot-grün-rote Koalition zu verhandeln. Darüber soll heute die Landesmitgliederversammlung entscheiden. Die SPD könnte damit trotz Stimmverlusten an der Macht bleiben. (Quelle: Reuters)

Vorbild für den Bund? In Bremen wollen die Grünen gemeinsam mit SPD und Linken regieren. (Quelle: Reuters)


Nach Grünen und Linken hat auch die SPD Ja zu Koalitionsverhandlungen gesagt. Bremen könnte nun erstes Bundesland im Westen mit rot-grün-roter Regierung werden.

Der Weg für rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen in Bremen ist frei. Nach Grünen und Linkspartei stimmte erwartungsgemäß auch der SPD-Landesvorstand für die Aufnahme formeller Gespräche über die Bildung einer Landesregierung. In dem 17-köpfigen Parteigremium gab es am Freitagabend nur eine Nein-Stimme und eine Enthaltung. Für die Linken wäre es die erste Regierungsbeteiligung in einem westdeutschen Bundesland. Am kommenden Mittwoch trifft sich die Koalitionsrunde zum ersten Mal.

„Das ist ein gutes Votum und eine klare Rückendeckung“, sagte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), der der SPD- Verhandlungsdelegation angehört, nach dem Treffen. Ziel sei es, eine Regierung zu bilden, die dafür sorgen wolle, dass sich Bremen als Bundesland stabil weiter entwickle. Dass er der Delegation angehört, wertete Sieling auch als persönlichen Vertrauensbeweis: „Hätte der Landesvorstand einen Wechsel gewollt, dann hätte er heute Abend ein Signal setzen müssen.“

In erster Linie gehe es jetzt aber nicht um Personen oder ihn selbst, betonte Sieling. „Es geht jetzt darum, einen starken Koalitionsvertrag auszuhandeln.“ Der Landesvorstand beschloss, einen Parteitag für den 6. Juli einzuberufen. Dann soll über einen Koalitionsvertrag und auch über Personalfragen entschieden werden. Bei den Verhandlungen werden auch fachpolitische Arbeitsgruppen gebildet.

Bei den Grünen hatte sich ein Landesparteitag schon am Donnerstagabend mit mehr als 90 Prozent der Stimmen für Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linken ausgesprochen. Auch beim Parteitag der Linkspartei fiel das Ergebnis mit 78 Prozent Zustimmung deutlich aus.

Jamaika-Koalition einen Korb gegeben

Bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai war eigentlich die CDU nach mehr als sieben Jahrzehnten erstmals stärkste Kraft geworden. Ihr Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder hatte gehofft, erster CDU-Regierungschef in Bremen zu werden. Die Grünen hatten zunächst auch mit Union und Liberalen sondiert. Dann gaben sie der Jamaika-Koalition aber einen Korb und entschieden sich für Verhandlungen über ein Linksbündnis.

Meyer-Heder kündigte am Freitag an, für das Amt des CDU-Landesvorsitzenden zu kandidieren und damit Nachfolger des kurz vor der Wahl verstorbenen Jörg Kastendiek zu werden. Der Unternehmer und politische Quereinsteiger kündigte seine Kandidatur in einem Brief an die Mitglieder an.
 

 
Die neugewählte Bremische Bürgerschaft soll am 3. Juli erstmals zusammenkommen. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) ist mit einer Fraktion aus fünf Abgeordneten vertreten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Check Also

Team Liquid gewinnt auch Blast Series Pro in Los Angeles

Los Angeles (dpa) – Unaufhaltsam hat sich Team Liquid bei der Blast Pro Series in Los Ange…