Sudan: Menschen leben nach Machtwechsel in Angst

Der Sturz von Diktator Omar al-Bashir sollte den Sudan in eine demokratische Zukunft führen. Seit dem Machtwechsel regiert allerdings das Militär das Land und geht mit tödlicher Gewalt gegen die Opposition vor. Die Menschen leben in Angst. (Quelle: t-online.de)

Verzweifelte Menschen im Sudan: Nach dem Sturz von Diktator Omar al-Bashir regiert das Militär das Land und geht mit tödlicher Gewalt gegen die Opposition vor. (Quelle: t-online.de)


Die Militärregierung im Sudan geht gewaltsam gegen Massenproteste vor. Es gibt zahlreiche Tote. Im Netz solidarisieren sich viele Menschen mit den Demonstranten.

In Solidarität mit den Demonstranten im Sudan haben weltweit etliche Nutzer Sozialer Medien ihr Profilbild blau gefärbt. Mit dem Hashtag #BlueForSudan drückten Menschen auf Twitter und in anderen Netzwerken ihr Mitgefühl für die Sudanesen aus, die gegen den ehemaligen Präsidenten Omar al-Baschir und später die Militärführung im Land demonstriert hatten und vergangene Woche am Montag von Sicherheitskräften in der Hauptstadt Khartum getötet wurden. Einem Ärzteverband zufolge kamen mehr als 100 Menschen ums Leben und mehr als 500 wurden verletzt.

Ein Flugzeug der Hungerhilfe lässt Essenspakete fallen: Nach Protesten im Sudan ist die Lage angespannt. In den Sozialen Medien drücken Menschen aus aller Welt unter dem Hashtag #BlueForSudan ihr Mitgefühl aus. (Quelle: Sam Mednick/AP/dpa)

Blauton in Gedenken an verstorbenen Demonstranten 

Genutzt wird ein bestimmter Blauton zu Ehren des Demonstranten Mohammed Haschim Mattar. Er sei vergangene Woche Montag bei der gewaltsamen Räumung der Sitzblockade in Khartum getötet worden, einen Tag nach seinem 26. Geburtstag, sagte sein Bruder Abdullah der Deutschen Presse-Agentur.

Those who are taking part in spreading #BlueForSudan. The color blue came from a warm hearted, martyrs known as, Mohammed Hashim Mattar, my cousin who has passed away on the 3rd of June, as he was standing proud. Blue was his fav color, which now presents unity.🇸🇩

Mattar’s Blue pic.twitter.com/MdZ7f2sLwS

— OmerYousiff (@OmerYousifff) June 12, 2019

Er lebte eigentlich wegen seines Master-Studiengangs in London und sei für die Hochzeit seiner Schwester in den Sudan gereist. In den Sozialen Medien habe er oft geschrieben, „Ich male den Himmel blau an“, daher habe seine Familie begonnen, nach seinem Tod #BlueForSudan zu nutzen, sagte sein Bruder.

Auch Naomi Campbell unterstützt Solidaritätsaktion

Auch einige Prominente zeigten sich solidarisch und nutzten den Hashtag. „Steht mit Menschlichkeit, steht mit dem Sudan – zeigt eure Solidarität, indem ihr euer Profil in die Farbe Blau setzt!“, schrieb etwa Supermodel Naomi Campbell auf Instagram. Sänger Chris Brown mit der Botschaft: „Pray for Sudan“ – Betet für den Sudan.

Monatelange Massenproteste in dem Land im Nordosten Afrikas hatten im April zum Sturz von Langzeitmachthaber Al-Baschir durch das Militär geführt. Die Sitzblockade in Khartum, die zum Symbol der Revolution geworden war, hielt auch nach dem Putsch an.

  • Sudan:
  • Nach Eskalationen:
  • Gewalttätiges Militär:

Die Menschen forderten von der Militärführung eine schnelle Übergabe der Macht an eine zivile Regierung. Vergangene Woche Montag lösten dann Sicherheitskräfte die Sitzblockade gewaltsam auf.

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