Eine Puppe, die zum Erlernen und Trainieren der Herz-Lungen-Wiederbelebung im Rahmen der Ersten Hilfe benutzt wird: Der Arbeiter-Samariter-Bund hat einen solchen Kurs für Mitarbeiter der AfD abgelehnt. (Quelle: Bettina Strenske/imago)

Wiederbelebung, Druckverband, stabile Seitenlage: Die AfD-Fraktion im Bundestag will ihre Mitarbeiter schulen lassen. Doch die Ausbilder machen einen Rückzieher.

Der Arbeiter-Samariter-Bund hat einen Erste-Hilfe-Kurs für AfD-Fraktionsmitarbeiter im Bundestag unter Verweis auf den Wertekodex der Hilfsorganisation abgesagt. Der ASB wolle keinerlei Geschäftsbeziehungen mit der AfD eingehen, erklärte Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch auf Anfrage. „Dazu kann auch gehören, die Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen für die AfD-Bundestagsfraktion abzulehnen.“

Die AfD hatte den Vorgang zuvor öffentlich gemacht. Nach Darstellung der Partei heißt es im Absage-Schreiben des ASB: „Der alte und neue Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein hat zum Ausdruck gebracht, dass aus seiner Sicht die Positionen der AfD mit den Werten, die der ASB seit seinem Bestehen vertritt und die zudem in seiner Satzung verankert sind, nicht vereinbar sind.“ Fleckenstein wird auf der Website des ASB auch als Mitglied des Europaparlaments vorgestellt. Er ist dort seit 2009 Abgeordneter der SPD.

„Es geht nicht um Politik“

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Schielke-Ziesing sprach von einer „zutiefst menschenfeindlichen Logik“. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Michael Espendiller, erklärte: „Es geht bei der Ausbildung von Ersthelfern unter den Mitarbeitern der AfD-Fraktion eigentlich nicht um Politik. Es geht darum, Menschen zu befähigen anderen Menschen in Notsituationen helfen zu können. Im Zweifel geht es darum, Menschenleben zu retten.“

Espendiller zitierte auch aus dem Leitbild des ASB. Dort heißt es: „Der ASB ist als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation politisch und konfessionell ungebunden. Wir helfen allen Menschen – unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit.“ ASB-Bundesgeschäftsführer Bauch unterstrich, der Satz gelte „auch für Mitglieder, Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD“.

Die Hilfsorganisation begründete die Verweigerung der Kurse mit ihrer Geschichte und ihrem Wertekodex. „Der Arbeiter-Samariter-Bund war selbst Opfer von Rechtsextremismus und wurde 1933 von den Nationalsozialisten enteignet und zerschlagen.“ Der ASB vertrete eine „klare Haltung gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Politik“.

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